Mo., 12.03.2018

Das Doko-Fieber beim Kult-Turnier von Frohsinn Ost Klopper, Werfer, Streichler

Die Grippe hat auch hier Opfer gefordert: 370 Spieler im Doku-Fieber im Ballenlager.

Die Grippe hat auch hier Opfer gefordert: 370 Spieler im Doku-Fieber im Ballenlager. Foto: Stefan Bamberg

Greven - 

Volles Haus, tolle Stimmung. Doko-Turnier von Frohsinn-Ost im Ballenlager. Da geht es Schlag auf Schlag.

Von Stefan Bamberg

Es gibt die Klopper. Es gibt die Werfer. Und die Streichler.

Es macht laut bumm, elegant schwups oder eben fast gar kein Geräusch, wenn die Karten auf den Tisch fallen.

Es ist Doppelkopf-Turnier bei Frohsinn Ost, am Freitagabend sind sie wieder unterwegs: die gewieften Taktiker. Die risikofreudigen Zocker. Und die Gelegenheits-Spieler, die sich vorher erkundigen, wie das noch mal mit den Regeln war.

Ehe sie, von der Gunst des Omma-Blatts getragen, die alten Hasen abfiedeln. Die sich dann fürchterlich aufregen: Beim Warmspielen noch ein goldenes Händchen gehabt – doch wenn’s ernst wird?

„Dann is‘ dat Glück auf einmal wech“, meckert ein Doko-Veteran. Und erwägt, die Stadtwerke dafür zur Verantwortung zu ziehen – deren Karten taugen schließlich nix: „Nur Mist auffe Hand!“

Ob’s in der nächsten Runde mit dem Blatt von der Lokalzeitung besser geklappt hat? Wir werden es wohl nie erfahren – der Sportskamerad ist plötzlich im Gewusel verschwunden.

Eben dieses Gewusel lieben die Aktiven: „Das Turnier ist immer größer geworden, heute gibt es im Münsterland nichts Vergleichbares“, erzählt Schirmherr Werner Teupe.

Der ganze Schützenverein haut rein für diesen Abend, noch spät in der Nacht müssen sie das ganze Spektakel wieder abbauen: „Das alles klappt nur, weil alle mit anpacken“, weiß Teupe, der hier – obwohl er das selbst so wohl nie sagen würde – der Kult-Typ ist.

Der, der mal eine klare Ansage macht: „Bei zwei Zetteln haben wir letztes Jahr `ne Stunde zum Auswerten gebraucht – also schreibt gefälligst leserlich!“

Und der, der aufpasst, dass im liebenswerten Rummel keiner unter die Räder gerät: Sogar zwei gehörlose Spieler sind am Start, mit Händen, Füßen und etwas Rücksicht läuft das.

Oder Theo Welling: Der mittlerweile 90-jährige Klopper-Dino im Teilnehmerfeld fragt höflich, ob ihn später jemand mit nach Kinderhaus nehmen könnte. Teupe macht sofort eine Durchsage – in handgestoppten einskommasieben Sekunden meldet sich ein Chauffeur.

„Wenn ich sowas sehe, geht mir das Herz auf“, lächelt der ewige Orgachef.

Während der rüstige Senior also wohlbehalten nach Hause kommt, brechen andere bald zu ganz neuen Ufern auf: Reisen nach Paris, Amsterdam, London winken als Preise, man kann sich aber auch in Köln den WDR angucken oder nach Hamburg zum Hafengeburtstag.

Sogar ganz ohne Dulle – denn die braucht man nur für den Wanderpokal: Hans-Ulrich Kretschmer holt sich die garantiert nicht unterhopfte Trophäe (zwei Liter Bier passen in den Cup!),

Alfred Dolscheid ist als Sechster bester Grevener, Liesel Kamper auf Platz acht die erfolgreichste von 57 Damen.

Insgesamt machen 340 Leute mit – wegen grippebedingter Absagen etwas weniger als 2017. Auch im Ballenlager geht ein Virus rum: das Doko-Fieber,



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