Aulakonzerte
Gemeinsam weiter klassisch

Greven -

Die Aula-Konzerte werden immer weniger besucht. Jetzt soll durch ein Zusammenlegen von Aulakonzerten und Konzerten der Einklang Philharmonie unter dem Namen Greven Klassik ein bedarfsgerechtes Angebot geschaffen werden. Die Konzerte finden dann auch in der Regel im Ballenlager statt, dass auch für behinderte Klassikliebhaber gut zu erreichen ist.

Freitag, 23.03.2018, 15:52 Uhr aktualisiert: 23.03.2018, 16:00 Uhr
Klassikkonzerte leiden in Greven unter Besuchermangel. Mit einem neuen Konzept möchte man dem entgegenwirken. Unter anderem sollen die Veranstaltungsreihen Aulakonzerte und Einklang-Philharmonie zusammen gelegt werden.
Klassikkonzerte leiden in Greven unter Besuchermangel. Mit einem neuen Konzept möchte man dem entgegenwirken. Unter anderem sollen die Veranstaltungsreihen Aulakonzerte und Einklang-Philharmonie zusammen gelegt werden. Foto: Maximilian Fitting

Statistik gibt Antworten. Antworten, die nachprüfbar sind – ist aber nicht immer so. Leider wird Statistik auch gerne so eingesetzt, wie man es gerade möchte. Frage: Wird klassische Musik noch gerne gehört? Die eine Berechnung sagt: Nur noch 8,28 Prozent der Bevölkerung hört gerne Klassik. Die andere spricht davon, dass Klassik wieder deutlich an Popularität gewinnt. Fakt ist aber: Die Aulakonzerte in Greven, die sich eben diese klassische Musik auf die Fahnen geschrieben hat, verlieren mehr und mehr Publikum.

Früher, in den guten alten Zeiten, waren 285 von 385 Plätzen in der Aula des Gymnasiums abonniert. Macht ein Quote von 75 Prozent. Heute sieht das anders aus. Inzwischen ist die Abo-Quote auf 39 Prozent gesunken, berichtete Frank Hänel, Fachdienstleiter Bildung, Jugend, Kultur und Sport, im Rahmen der Sitzung des Ausschusses für Schulen, Kultur und Sport am Mittwochabend. Und: „Eine eindeutige Erklärung für diesen Rückgang ist nicht erkennbar.“

Aber: Man hat Erklärungsansätze. So sei der Altersdurchschnitt der Abonnenten relativ hoch. Eintrittskarten seien nicht über das Internet buchbar gewesen, Preiserhöhungen hätten womöglich Interessenten abgeschreckt und das Angebot an klassischen Konzerten sei zu groß.

„Wir haben mit allen Beteiligten intensive Gespräche geführt“, verdeutlichte Hänel. Und man habe auch Maßnahmen beschlossen. „Künftig werden die Konzerte im Ballenlager stattfinden, das auch für Behinderte erreichbar ist“, erklärte Hänel. Und deswegen werde der Name Aula-Konzerte auch in „Greven Klassik“ verändert.

Ein weiterer Schritt sei die Schaffung eines nachfragegerechten Angebotes. Heißt: Aulakonzerte und die Konzerte der Einklang-Philharmonie werden zusammen unter dem Label „Greven Klassik“ veranstaltet. Es werden insgesamt sieben Konzerte in der Saison sein, jeweils das erste und letzte ist ein Konzert der Einklang-Philharmonie. „Wir hoffen, dass wir die Nachfrage damit besser treffen“, erklärte Hänel.

Zusätzlich soll die Buchbarkeit der Konzerte zeitgemäßer sein, sprich auch online erfolgen können. „Das hat ja schon zuletzt ganz gut geklappt.“ Preise sollten allerdings im Jahr der Umstrukturierung nicht erhöht werden. „Ob das alles funktioniert, werden wir nach einer Saison sehen.“ Ziel sei es letztendlich, die Ausgaben auf dem Stand zu halten und die Einnahmen zu steigern.

Die Politiker stimmten dem neuen Konzept übrigens einstimmig zu. „Kultur kostet halt immer Geld“, sagte der Ausschussvorsitzende Dr. Michael Kösters-Kraft (Grüne).

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