Special-Effects für „Blade Runner 2049“
Ein Oscar für die Wintermacher

Greven -

Gerd Nefzer ist ein deutscher Spezialeffektkünstler. Den Oscar bekam er in der Kategorie „Beste visuelle Effekte“ für den Film „Blade Runner 2049“. Und in diesem Film hat die Grevener Firma Snow Business dafür gesorgt, dass es schneit. Mit Kunstschnee, der genau so echt aussieht wie der echte. Am Donnerstag durfte der Geschäftsführer Lucien Stephenson den Oscar wenigstens mal in der Hand halten.

Samstag, 24.03.2018, 17:59 Uhr
Lucien Stephenson mit Oscar und Bafta: Der Grevener und sein Unternehmen Snow Business haben einen Teil der Special-Effects für den Film „Blade Runner 2049“ (Szene links) entwickelt.
Lucien Stephenson mit Oscar und Bafta: Der Grevener und sein Unternehmen Snow Business haben einen Teil der Special-Effects für den Film „Blade Runner 2049“ (Szene links) entwickelt. Foto: Snow Business

Boah, ist der cool, der Mann. Am Donnerstag war er mit Mitarbeitern und Praktikant in Berlin – und hat sich quasi einen Oscar abgeholt. Genauer gesagt zwei: Den amerikanischen und den englischen, der nicht Oscar, sondern Bafta heißt. Und: Kräftig gefeiert? „Nö, aber ich habe schon schlimmere Tage gehabt“, sagt Lucien Stephenson. Der ist Geschäftsführer der Snow Business GmbH mit Sitz in Greven.

Na ja, so richtig gewonnen mit feierlicher Übergabe und allem drum und dran hat Gerd Nefzer die Auszeichnungen. Der Mann ist ein deutscher Spezialeffektkünstler. Den Oscar bekam er in der Kategorie „Beste visuelle Effekte“ für den Film „Blade Runner 2049 “. Und in diesem Film hat die Grevener Firma Snow Business eben für das gesorgt, was der Name des Unternehmens schon beinhaltet: den Schnee.

Trockenschaum-Schneemaschinen für künstlichen Schneefall

Das Unternehmen hat sich den Kunstschnee- oder Kunsteiseffekten verschrieben. Und schnell lernt man im Gespräch mit Lucien Stephenson, dass Schnee nicht gleich Schnee ist. „In den Film ist alles alt, düster und verlassen. Und deshalb haben wir den Schnee auch nicht brillant weiß, sondern älter und dreckiger aussehen lassen“, erzählt der Mann, der seit 20 Jahren im Snow-Business dabei ist.

In rund fünf Szenen im Film kommt Schnee vor, in der Endszene des Films schneit es. Und dafür sorgt eben das Grevener Unternehmen. „Der Schnee ist dabei nicht echt, es kamen überwiegend unsere Papier-/Zellulose-Kunstschneesorten Movie Snow und Snow Base zum Einsatz.“ Für die letzte Szene, dem künstlichen Schneefall, sorgten die Trockenschaum-Schneemaschinen. Aber: Es werden auch mal andere Materialien wie zum Beispiel Bestandteile von Windeln eingesetzt. Insgesamt gibt es rund 150 verschiedene Schnee-Arten.

Im Prinzip ist es nicht der erste Oscar, den die Firma Snow Business bekommen hat. „Der Mutterkonzern kann schon auf fünf Oscar-Auszeichnungen zurück blicken“, erklärt Stephenson.

Der Engländer arbeitete schon in London als Snowman, machte sich später, nachdem er die Erlaubnis von seinem damaligen Chef bekommen hatte, mit eben diesem Geschäft in Deutschland selbstständig.

Hoffen auf eine Oscar-Kopie

Und nun die Auszeichnung für die Special-Effects bei „Blade Runner 2049“. Während der Drehtage arbeitete Stephenson intensiv mit Kamera-Legende Roger Deakins zusammen, der die Licht setzende Kamera führte. „Der war bereits 14 mal für den Oscar nominiert, hat ihn aber erst in diesem Jahr bekommen“, freute sich Stephenson für ihn.

So bescheiden wie Stephenson klingt: „Es ist auch für den Film-Standort Deutschland wichtig, dass so eine Auszeichnung auch mal an ein deutsches Unternehmen vergeben wird.“ Zumindest zum Teil.

Denn: Behalten durfte Stephenson den Oscar natürlich nicht. „Aber ich hoffe doch sehr, dass wir eine Kopie davon bekommen“, sagt der Engländer, der inzwischen Deutscher geworden ist.

Ein Oscar für ein Unternehmen in Greven – das hat doch was . . .

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