Sturmschäden
Aufräumen dauert bis Ende des Jahres

Greven -

Wie hieß doch gleich der Sturm, der im Januar durch Deutschland gepeitscht ist und so große Schäden angerichtet hat? Die meisten Menschen wissen das gar nicht mehr, haben das Ereignis lange abgehakt. Nur: Die enormen Schäden in den Wäldern sind an vielen Stellen noch zu sehen. Und: Das wird auch wohl noch bis Ende des Jahres der Fall sein.

Mittwoch, 04.04.2018, 11:09 Uhr
Sturmschäden: Aufräumen dauert bis Ende des Jahres
Foto: Günter Benning

„Wir können nur so viel Holz ernten, wie die Sägewerke auch verarbeiten können“, machte Förster Theodor Lintel-Höping deutlich. Zur zeit werde vorrangig die Fichte geerntet. Denn dieser Baum ist ein wenig problematisch. „Ob der Baum nun abgesägt wird oder an der Wurzel belassen wird, er wird gerne vom Borkenkäfer befallen.“ Das sei bei der Kiefer, die erst in der zweiten Phase geerntet werde, nicht so. „Wenn die Kiefer an der Wurzel belassen wird geht der Borkenkäfer nicht auf den Baum“, erklärt Lintel-Höping.

Baumarten sind das eine Kriterium für die Priorität bei der Beseitigung der vom Sturm gefällten Bäume. Der Freizeitwert eines Waldes ist das andere. „Deshalb haben wir auch vorrangig die Schäden in der Gronenburg und in den Püppkesbergen beseitigt“, erklärt der Förster. Und natürlich möchte jeder Waldbesitzer der nächste sein, dessen Wald aufgeräumt wird.

Und: Er hat eine erstaunliche Tatsache parat. Der Preis für Holz ist trotz der Sturmschäden in etwa stabil geblieben. „Die Nachfrage nach Holz ist groß, die Preise für Kiefernholz ist stabil, der für Fichte nur leicht rückgängig“, verdeutlicht Lintel-Höping. Grund ist sicherlich auch, dass die Forstwirtschaftliche Vereinigung Münsterland, ein Zusammenschluss aus 19 Forstbetriebsgemeinschaften mit rund 4000 Waldbesitzern und einer Waldfläche von rund 36 000 Hektar, Holz auf einer Plattform im Internet versteigert. In der vergangenen Woche wurden zum Beispiel für Holzstämme der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Münsterland rund 400 000 Euro umgesetzt.

Also war „Friederike“, finanziell gesehen, gar nicht so schlimm für die Holzbauern? „Das kann man so auch nicht sagen“, schränkt Lintel-Höping ein. Denn: Die Aufarbeitung, also das Ernten des Holzes sei teurer geworden, weil es deutlich aufwendiger sei. „Da, wo sonst ein Vollernter eingesetzt wird, müssen jetzt oft noch ein Abstocker, der den Stamm von der Wurzel trennt, und ein Bagger eingesetzt werden“, verdeutlicht der Förster, der das Vorgehen der Waldbesitzer in der Forstbetriebsgemeinschaft Greven koordiniert.

Und er warnt: Zum einen die Waldbesucher, zum anderen die Waldbesitzer. „Die Ernte der Bäume ist sehr gefährlich und sollte nur von Fachleuten durchgeführt werden.“ Den Waldbesuchern gibt er mit auf den Weg, die Augen offen zu halten. „Die Gefahr kann man gut selber einschätzen. Um Wälder, in denen die Schäden noch nicht beseitigt wurden, sollte man einen großen Bogen machen.“

Und das Aufräumen könnte, siehe oben, noch bis Ende des Jahres andauern – wenn nicht ein weiterer Sturm Schäden anrichtet . . .

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