Vorbereitung für die Freibadsaison
Hochbetrieb ohne Wasser im Becken

Greven -

Es ist frisch, es regnet, der Himmel ist grau. Schwimmen im Freibad – daran denkt man bei diesem Wetter bestimmt nicht. Und trotzdem: Im Freibad herrscht Hochbetrieb.

Donnerstag, 05.04.2018, 17:02 Uhr
Im Nichtschwimmerbecken werden die letzten Fliesen verklebt, während in der ersten Etage des Umkleidegebäudes die Trockenbauer arbeiten. Das Freibad wird für die neue Saison vorbereitet
Im Nichtschwimmerbecken werden die letzten Fliesen verklebt, während in der ersten Etage des Umkleidegebäudes die Trockenbauer arbeiten. Das Freibad wird für die neue Saison vorbereitet Foto: Peter Beckmann

Allerdings läuft niemand in Badehose herum, der Blaumann ist die angesagte Tracht. Die Vorbereitungen für die Freibadsaison, die am 2. Mai beginnt, laufen auf Hochtouren.

Was sofort auffällt: Im Umkleidegebäude wird kräftig gewerkelt. Und zwar in der ersten Etage, die eigentlich seit Jahren ungenutzt vor sich hin schlummert. „Wir bauen dort einen Gymnastikraum“, erklärt Martin Schröder, Leiter der Grevener Bäder. Denn: Die Bäder wollen künftig ihr Kursangebot deutlich erweitern – im Wasser und auch auf dem Trockenen.

Dieser Raum entsteht auf der linken Seite, rechts wird ein Lageraum für Chemikalien und Reinigungsmittel gebaut.

Im Bad selbst stehen nur die üblichen Arbeiten an. Fliesen werden ersetzt, im Nichtschwimmer-Becken wird ein Teil der Überlaufrinnen erneuert. Und heute kommen die Reinigungskräfte, die die Becken auf Hochglanz polieren.

Mit Öffnung des Freibades wird sich dann doch einiges ändern. Die Dauerkarten werden teurer, die Öffnungszeiten werden gekürzt (unsere Zeitung berichtete). Insgesamt wird das Freibad 18 Stunden weniger pro Woche geöffnet haben, als in der vergangenen Saison (siehe Infokasten).

Grund für die kürzeren Öffnungszeiten ist schlicht der Fachkräftemangel, aber auch das Arbeitszeitgesetz. „Schwimmmeister ist ein Nischenberuf, den kaum jemand noch machen möchte“, erklärt Schröder und nennt auch gleich Gründe. „Schichtarbeit, arbeiten am Samstag, am Sonntag, an Feiertagen – das will heutzutage keiner mehr.“ Und deshalb sei der Markt auch leer gefegt. „Es gibt Bäder, die komplett geschlossen bleiben müssen, weil keine Schwimmmeister mehr zu bekommen sind.“

Ein weiteres Problem: Nach sechs Stunden Aufsicht muss ein Schwimmmeister eine halbe Stunde Pause einlegen. „Diese Zeiten müssen wir natürlich mit Fachpersonal überbrücken. Aber auch dafür lässt sich niemand finden.“ Momentan seien bei der Grevener Bäder GmbH zwei Azubis beschäftigt. Außerdem arbeite man mit zwei Kräften eines Zeitarbeitsunternehmens.

Aber: Für die Frühschwimmer kommt es nicht so schlimm wie zunächst vermeldet. Das Freibad wird weiterhin zumindest von Dienstag bis Donnerstag um 6 Uhr öffnen. Allerdings ist abends grundsätzlich um 19 Uhr Schluss – außer in der Ferienzeit.

Und das Wetter? Das wird hoffentlich spätestens mit Start der Freibadsaison deutlich besser . . .

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