Beteiligungsworkshop zur Integration von Geflüchteten
Spracherwerb mit Geduld

Greven -

Kürzlich fand der vierte und letzte Beteiligungsworkshop der Stadt Greven zur Erarbeitung eines Konzeptes zur Integration von Geflüchteten und Menschen mit Migrationshintergrund statt. Unter den mehr als 70 Teilnehmenden waren Fachkräfte aus Kindertagesstätten, Schulen, Integrationskursträgern und Beratungsstellen, aber auch Vertreter des Ehrenamts, der Politik und Verwaltung und in Greven lebende Geflüchtete.

Freitag, 06.04.2018, 15:04 Uhr aktualisiert: 09.04.2018, 16:04 Uhr
Rund 70 Grevener nahmen an dem Workshop teil. Cosimo Palomba, Erster Beigeordneter der Stadt, begrüßte die Teilnehmer.
Rund 70 Grevener nahmen an dem Workshop teil. Cosimo Palomba, Erster Beigeordneter der Stadt, begrüßte die Teilnehmer. Foto: Gunnar Pier

Im Fokus standen aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze für eine gelingende Integration in den Handlungsfeldern Bildung, Erziehung und Sprache.

Cosimo Palomba, Erster Beigeordneter der Stadt, begrüßte die Anwesenden und bedankte sich für ihr haupt- und ehrenamtliches Engagement, um Neuzugewanderten in Greven Orte der Bildung und Entwicklung bereitzustellen. Dass Sprache dabei eine Schlüsselrolle spielt, stellten Damaris Borowski und Günter Islinger vom Centrum für Mehrsprachigkeit und Spracherwerb (CEMES) in einem Vortrag über Mehrsprachigkeit anschaulich heraus.

In Kleingruppen beschäftigten sich die Teilnehmenden im Anschluss mit einzelnen Fragestellungen in den Bereichen „Sprache“, „Werte und Normen“, „Elternarbeit“ sowie „Seiteneinstiege und Abbrüche“. Die angeregten Diskussionen profitierten von den vielseitigen Perspektiven und Erfahrungen der Teilnehmenden, die gemeinsam Lösungsansätze erarbeiteten.

Das abschließende Fazit im Plenum lautete: Spracherwerb benötigt Zeit und Geduld, aber auch praktische Anwendung und kann durch übersichtlich zusammengestellte Literatur und Hilfsmittel sowie einen stärkeren Alltagsbezug in den Sprachkursen gefördert werden. Kreative Formate können unter anderen helfen, Wertvorstellungen – insbesondere in Bezug auf Geschlecht und Erziehung – über Sprachbarrieren hinweg, auf Augenhöhe und potenzialorientiert zu diskutieren.

Beidseitige Motivation und Aufgeschlossenheit führt auch zu einer guten Zusammenarbeit zwischen Fachkräften und zugewanderten Eltern, die zielgruppengerechte Informationen über das Bildungs- und Erziehungswesen benötigen. Kinder und Jugendliche lernen am besten mit Zielorientierung, aber ohne Zeit- und Leistungsdruck, sodass individuelle Bedarfe stärker berücksichtigt werden sollten – zum Beispiel durch verlängerte Eingewöhnungszeiten vor der Bildungsgangempfehlung.

Das Koordinationsteam Integration wird die Ergebnisse des Workshops nun gemeinsam mit der Steuerungsgruppe Flüchtlingshilfe aufarbeiten und das vierte – und damit letzte – Teilkonzept „Bildung, Erziehung und Sprache“ des Integrationskonzepts fertigstellen. Nach der Verabschiedung im Rat der Stadt Greven wird das Integrationskonzept veröffentlicht.

Die Stadt Greven unterstützt die Umsetzung der praktischen Maßnahmen, indem Vernetzungs- und Beratungsangebote für die zuständigen Akteure bereitgestellt oder eigene Projekte realisiert werden, heißt es in der Presseinformation.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5641997?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F
Nachrichten-Ticker