Spargelzeit beginnt bei Nahrup‘s Hof
Nachhaltige Folie für edles Gemüse

Greven -

Die Saison hat begonnen: Ab sofort wird wieder Spargel geerntet. Über die Abläufe, die Technik, das Personal kann Spargelbauer Bernfried Nahrup einiges erzählen.

Samstag, 14.04.2018, 12:04 Uhr aktualisiert: 15.04.2018, 18:46 Uhr
Spargelbauer Bernfried Nahrup zeigte sich am ersten Tag der Erntesaison zufrieden.
Spargelbauer Bernfried Nahrup zeigte sich am ersten Tag der Erntesaison zufrieden. Foto: Franziska Gährr

Alles ist weiß. Das erste, was auf dem Spargelfeld in Bockholt auffällt, sind die Plastikfolien. Endlos ziehen sie sich über die Erdhügel, die Schlagen. Unter ihnen sprießt der Spargel. Ist denn so viel Plastik wirklich nötig? Spargelbauer Bernfried Nahrup nickt: „Die Folie ist wichtig für den Schutz der Pflanzen.“

Schwarze Seite oben bedeutet, die Wärme wird eingefangen. Weiße Seite oben bedeutet, die Sonnenstrahlen werden reflektiert.

„Je nach Wetter können wir die Folie wenden und die Temperatur im Boden anpassen“, sagt Nahrup.

Und was passiert nach der Spargelsaison mit der Folie?

„Wir verwenden die Folie über mehrere Jahre. Danach wird sie nicht einfach weggeschmissen, sondern recycelt“, erläutert der Spargelbauer.

Auf Nahrups Feldern in Bockholt stechen zehn Erntehelfer täglich frischen Spargel. Sie kommen aus Polen angereist. Viele von ihnen arbeiten schon jahrelang für den Grevener Spargelhof. Gearbeitet wird im Akkord, das heißt, der Stundenlohn von 9,50 Euro erhöht sich je nach Ernteerfolg auf bis zu 14 Euro in der Stunde. Unterstützt werden die Spargelstecher durch Spargelspinnen. Das sind Erntehilfsmaschinen, die die Schlagen entlang fahren. Sie heben die Folie an der einen Seite an und legen sie auf der anderen Seite wieder auf die Pflanzen. Früher gehörte das zur Arbeit der Erntehelfer dazu.

Das Stechen der Spargelstangen ist nach wie vor Handarbeit. Daneben gibt es auch auf dem Hof einiges zu tun: Stangen werden nach Form und Größe sortiert und für den Verkauf geschält, Maschinen werden gewartet.

„Der Start der Ernte verzögerte sich in diesem Jahr wetterbedingt um zwei Wochen“, erklärt Nahrup. Frost sei gut, denn der lockere den Boden. Die zweite Frostphase im Frühjahr sorgte allerdings dafür, dass die Pflanzen verspätet ihre Köpfe zeigten. „Wir können die Erntesaison aber nicht einfach nach hinten heraus verlängern“, erklärt er. „Die Pflanzen müssen sich für das Folgejahr erholen.“ Daher wird der letzte Spargel am 24. Juni gestochen.

„Wir verkaufen den Spargel zu hundert Prozent regional an Gastronomen in Greven und Münster sowie auf dem Wochenmarkt und bei uns im Hofladen“, sagt der Grevener Bauer. Der Kilopreis für 1A-Spargel liegt zum Saisonstart bei circa 14 Euro. Wie die Saison in diesem Jahr ausgeht ist noch unklar: „Der Erfolg ist immer abhängig vom Wetter und ich hoffe, dass die Temperaturen weiter bei um die 20 Grad bleiben. Das ist für die Pflanzen ideal.“

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