Mo., 16.04.2018

Freifunk in Greven Heiß begehrte Knoten

Freifunk in Greven laut interaktiver Karte.

Freifunk in Greven laut interaktiver Karte. Foto: Oliver Hengst

Greven - 

Immer mehr Grevener können Freifunk-Hotspots genießen. Der freie Zugang ins Internet wird immer mehr zum Muss.

Von Belinda Raffel

Ein junger Mann steht in der Marktstraße vor Cramer & Löw. Geneigter Kopf, konzentrierter Blick auf sein Smartphone. Der Körper ist anwesend, der Geist online. Ein Blick in die Runde – auch andere Menschen stehen in der typischen Daddelhaltung. Grevens Kinder, Jugendliche und Erwachsene nutzen dort alle das gleiche Angebot: den Freifunk.

Besonders in der Innenstadt sind viele der „Freifunk-Knoten“ zu finden. Meist sind es Cafés, Geschäfte oder öffentliche Einrichtungen, die den kostenlosen Internetzugang anbieten.

„Es ist einfach praktisch zu wissen, dass man hier nicht weiter als zehn Meter vom Freifunk entfernt ist“, sagt eine 34-jährige Passantin.

Im Verlauf des letzten Jahres hat der Kreis Steinfurt in Greven insgesamt 60 dieser Freifunk Knoten aktiviert.

Doch es sind nicht nur die jungen Leute, die diesen Dienst nutzen. Auch Erwachsene, besonders die Frauen, benutzen den Internetzugang zum Nachrichten beantworten, E-Mails lesen oder telefonieren.

Praktischerweise kann man an Freifunk-Knoten ebenfalls Internetanrufe tätigen, so wie es die sozialen Medien „WhatsApp“ und „Skype“ anbieten. Die erwachsenen Männer verbringen die Zeit lieber damit, Sportergebnisse oder Nachrichten nachzuschlagen.

Unter den Kindern und Jugendlichen ist bei der Umfrage ein klarer Unterschied festzustellen: Während die kommunikativen Mädchen lieber ihrer besten Freundin schreiben, neigen die strategischen Jungs dazu, spielerisch ihre Zeit zu verbringen. „Wenn gutes Wetter ist, spiele ich oft Pokémon Go mit meinen Freunden. Das könnte ich ohne den Freifunk gar nicht“, bedankt sich ein Elfjähriger.

Die drei beliebtesten Knoten sind bei der Buchhandlung Cramer & Löw, der Essmann Backstube im Rewe Supermarkt und der Essmann Backstube an der Grimmstraße.

„Wir wollten unseren Kunden einfach den Service bieten, online zu sein, während sie bei uns einkaufen“, sagt Ingrid Edelkötter, eine langjährige Angestellte der Buchhandlung.

Der Cramer & Löw-Freifunk-Knoten hat sein Nutzermaximum zwischen 16.30 Uhr und 17 Uhr, während die beiden Essmann-Knoten ab 18 Uhr besonders gefragt sind.

Wie für normale Personen üblich, nutzen die wenigsten Leute zwischen 1 Uhr und 5 Uhr nachts Freifunk-Knoten.

Überraschenderweise wird der Essmann-Knoten an der Grimmstraße regelmäßig um 2.45 Uhr von ein bis zwei Personen genutzt. Das sagt eine Statistik auf der Internet-Seite des Freifunk-Vereins Münsterland.

Unter den 60 installierten Freifunk-Knoten sind 2018 bereits 19 offline gegangen, sie sind nicht mehr aktiv.

Die Freifunk Knoten des Nostalgie-Cafés am Niederort hingegen werden nur um bestimmte Uhrzeiten oder auf Anfrage aktiviert. „Am Anfang hatten wir es dauerhaft eingeschaltet, aber davon haben nur die Passanten profitiert und nicht wir. Im Gegenteil, unsere Gäste fühlten sich von den vielen, telefonierenden Leuten gestört“, sagt Detlef Dressler, Inhaber des Nostalgie-Cafés.

In seinem Café ist ihm folgendes aufgefallen: „Die Kommunikation habe schwer unter der Technik gelitten. „Egal welche Altersgruppe hier Kaffee trinkt, jeder hat ein Handy in der Hand.“

Die Reichweite der Knoten ist für viele Nutzer ein Kritikpunkt, da von den verbleibenden 41 Knoten, zehn Sender nach 20 Metern automatisch die Verbindung lösen. Die anderen 31 Freifunk-Knoten glänzen dagegen mit einer Mindestreichweite von 55 Metern.



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