Mo., 16.04.2018

Acht Monate auf Bewährung Misshandelt aus Eifersucht

 

  Foto: dpa

Greven/Rheine - 

Eifersucht war im Spiel. Schläge ins Gesicht folgten. Ein 27-jähriger Mann aus Greven erhielt dafür beim Schöffengericht in Rheine wegen Körperverletzung in zwei Fällen und Freiheitsberaubung im Mai 2016 die Quittung: Am Ende wurde er zu acht Monaten mit Bewährung verurteilt.

Von Monika Koch

Bei der Tat stand der Mann noch wegen Körperverletzung und versuchter räuberischer Erpressung unter Bewährung. Und so wie beim ersten Verfahren erschien seine nach kosovarischem Recht angetraute Frau als Zeugin und Geschädigte nicht. Schon im Januar dieses Jahres wurde der Prozess ihretwegen auf unbestimmte Zeit vertagt.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Grevener vor, seine Lebensgefährtin aus Eifersucht seelisch und körperlich so stark unter Druck gesetzt zu haben, dass sie mehrfach ins Frauenhaus ging und Anzeige gegen ihn erstattete.

In der Tatnacht soll er ihr mit beiden Fäusten ins Gesicht geschlagen und gesagt haben: „Es fühlt sich gut an, wenn ich dir weh tun kann“.

Als sie nach draußen flüchtete, soll er sie verfolgt, an der Schulter festgehalten und ihr den Mund zugehalten haben, damit Passanten nicht auf das Paar aufmerksam wurden.

Weiter klagte der Staatsanwalt ihn an, ihr nach einer sexuellen Versöhnung am nächsten Morgen zwei Backpfeifen verpasst zu haben. Als er die Wohnung verließ, soll er sie eingeschlossen haben. Sie öffnete das Fenster und rief um Hilfe, so dass Polizisten sie aus der Wohnung befreiten.

Der Angeklagte bestritt alle Vorwürfe und sagte: „Es war umgekehrt. Sie hat mich unter Druck gesetzt.“ Nach einer internen Beratung des Gerichts mit Staatsanwalt und Verteidigerin einigte man sich auf acht Monate mit Bewährung bei einem Geständnis. Der Angeklagte legte ein unglaubwürdiges Geständnis ab, das einer Schöffin ohne Kenntnis der Aktenlage nicht als Bewertung für ein Urteil reichte.

Daraufhin wurden Zeugen gehört, die an der Befreiung der jungen Frau beteiligt waren. Sie bestätigten die Hilferufe, „aber die Frau wirkte dabei ganz ruhig“, sagte eine Nachbarin. Die Polizistin, die den Angeklagten bei dem Einsatz im Hof getroffen hatte, ließ sich von ihm den Schlüssel der Wohnung geben und befreite das Opfer. „Sie hatte Rötungen im Gesicht und blaue Flecken an den Armen“, beschrieb sie den Zustand der Frau.

Damit war die Beweislage dicht genug für ein Geständnis, das der Angeklagte diesmal glaubwürdiger ablegte. Die Verurteilung zu acht Monaten auf Bewährung war Formsache.



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