Aktion zum 10. Welt-MS-Tag
Den Kopf nicht hängen lassen

Greven -

Etwas nach vorne beugen, das Gleichgewicht nicht verlieren und über die Matte rollen. Gar nicht so einfach, wird sich so manch einer gedacht haben, der eine Rollstuhl-Probefahrt im Maria-Josef Hospital, gewagt hatte. Ermöglicht hatte dies die MS Gruppe Greven Mitte rund um Herbert Hielle. Anlässlich des zehnten Welt-MS-Tages informierten sie unter dem Motto „Unheilbar optimistisch“ über die „Krankheit mit den 1000 Gesichtern.“

Mittwoch, 30.05.2018, 19:12 Uhr aktualisiert: 01.06.2018, 16:24 Uhr
Ute Leweling und Herbert Hielle (r.) informierten über „die Krankheit mit den 1000 Gesichtern.“
Ute Leweling und Herbert Hielle (r.) informierten über „die Krankheit mit den 1000 Gesichtern.“ Foto: Luca Pals

MS – Multiple Sclerose – ist eine unheilbare Erkrankung des Nervensystems, die Gehirn und Rückenmark umfasst. Die Krankheitsursachen konnten noch nicht erforscht werden, die Erkrankung verläuft oft sehr unterschiedlich.

Grund genug zu informieren. Hielle, der selber seit 20 Jahren an MS erkrankt ist, sagt: „Wir informieren über den Krankheitsverlauf bis hin zu Möglichkeiten hier vor Ort.“ An erster Stelle nennt er die MS Gruppe Greven Mitte. Zu ihr gehören etwa 16 Erkrankte. Die Gruppe trifft sich einmal im Monat, macht jährlich ein Projekt: „Wir sind eine aktive Selbstgruppenhilfe. Für uns heißt MS: mach selbst“, erklärt Hielle. Neue Mitglieder seien herzlich eingeladen. Der Grund für die Gruppe ist ganz einfach: „Keiner muss mit der Krankheit allein gelassen werden und schon gar nicht den Kopf in den Sand stecken. Wir wollen vermitteln: Es geht weiter.“ Dies sei ihm bereits vor 20 Jahren klar gewesen, er erklärt: „Damals waren in Deutschland noch 115 000 erkrankt, heute sind es schon 240 000.“ Ein rasanter Anstieg.

Neben Mut machen, möchte die Gruppe auch mit Vorurteilen aufräumen: „Nicht jeder Erkrankte landet direkt im Rollstuhl“, sagt Ute Leweling. Sie ist das beste Beispiel: Selber erkrankt, lebt sie bereits 20 Jahre lang ohne Rollstuhl. In den konnte es für Interessierte am gleichen Tag gehen: Ein Brett, eine Sportmatte und eine kleine Rampe mussten im Parcours befahren werden. Hielle: „Hier zeigen wir, wie schwierig der Rollstuhl-Alltag sein kann.“

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