Wilderei am Kanal
Totes Reh, durchschossenes Schild

Greven -

„Wer ist der Schütze?“ Diese Frage stellen sich die drei Herren rund um den Ladberger Günther Kipp, die am Mittwochnachmittag an der Schulze-Farwick-Brücke diese Zeitung zum Tatort einluden. Kipp wendete sich mit Bestürzung über tot aufgefundene Rehe und ein durchschossenes Schild der Straßenbauverwaltung an diese Zeitung.

Donnerstag, 31.05.2018, 06:13 Uhr aktualisiert: 31.05.2018, 06:20 Uhr
Das Einschussloch ist deutlich zu sehen: Aus 100 Metern wurde mit einer etwa acht Millimeter-Patrone scharf abgezogen.
Das Einschussloch ist deutlich zu sehen: Aus 100 Metern wurde mit einer etwa acht Millimeter-Patrone scharf abgezogen. Foto: Luca Pals

Na klar, der Schuss durchs Schild kam in Greven runter, abgefeuert wurde er wohl von Ladberger Gebiet aus, mutmaßen die drei Männer. Zwei von ihnen kommen aus Greven und kennen sich bestens aus, sind beide doch Jäger: „Der Schuss muss von der anderen Kanalseite gefallen sein.“ Blickt man durch das Einschussloch des Schildes, welches den Dienstweg vom Kanalweg zur Autobahn A 1 hinauf markiert, blickt man genau auf die andere Kanalseite: circa 100 Meter entfernt. Der Grevener meint: „Das muss schon ein starkes Geschütz gewesen sein.“ Etwa eine acht Millimeter-Patrone, mutmaßt er.

Das muss schon ein starkes Geschütz gewesen sein

Grevener Jäger

Neben dem Schild haben die Anwohner in diesem und im vergangenen Jahr tote Rehe aufgefunden – allesamt im Bereich zwischen Flughafen, Kanal und Autobahn. Kipp sagt: „Ich habe vor zwei Wochen die Polizei benachrichtigt.“ Diese seien aus Greven direkt vor Ort gewesen, haben den Tatbestand aufgenommen.

Tatbestände stehen vielleicht in Verbindung

Auf Nachfrage dieser Zeitung berichtet die Pressestelle der Polizei Kreis Steinfurt vom aktuellen Sachstand: „Am 17. Mai rückten die Kollegen aus, fanden ein verendetes Reh auf einem Feld wieder. Dieses wurde entsorgt und zeigte Einschusslöcher auf. Dazu wurden zwei Schilder – welche direkt hinter einander hängen – durchschossen. Es sind daher zwei Tatbestände im Bereich der Kanalbrücke Hüttruper Heide.“ Und weiter: „Beide Tatbestände können nicht zwangsläufig in Verbindung gesetzt werden.“

Auch die zeitliche Einordnung sei vage. Des Weiteren habe die Polizei keine Täterhinweise, Augenzeugen können sich unter ✆ 02571/92844552 bei der Grevener Polizei melden.

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