Johannes Reisenbergs erster Krimi aus Greven
Ein weltweites Rache-Komplott

Greven -

Rache, Mord und Tierquälerei. Johannes Reisenberg schreibt einen packenden Krimi - er spielt in Greven.

Donnerstag, 31.05.2018, 10:13 Uhr aktualisiert: 31.05.2018, 10:20 Uhr
Johannes Reisenberg (l.) hat die Geschichte geschrieben, Sepp Berger (r.), Ur-Münchner, spielt darin eine entscheidende Rolle.
Johannes Reisenberg (l.) hat die Geschichte geschrieben, Sepp Berger (r.), Ur-Münchner, spielt darin eine entscheidende Rolle. Foto: Günter Benning

Eigentlich ist ja Johannes Reisenberg (64) ein „Zahlenmensch“, war bis zur Pensionierung Controller bei einem Bochumer Immobilienriesen. Also lässt er einen Protagonisten in seinem ersten Krimi fragen, „was unterscheidet den Controller vom Terroristen?“ Kleine Kunstpause. Dann die Antwort: „Der Terrorist hat Sympathisanten.“

Jetzt sitzt Reisenberg im Café Liesenkötter, neben ihm sein Freund Sepp Weber. Er Bochumer, der andere Münchner, zwei Großstädter, die es nach Greven verschlagen hat. Weil es hier so schön ist. „Ich fühle mich super, super wohl“, sagt Reisenberg. Ein entspannter Rentner.

Aber ein bischen Spaß muss schon sein. Im vergangenen Jahr hatte er in seiner Efi-Gruppe, zu der auch Weber gehört, ausgeheckt, man wolle einen Film drehen: „Ich wollte das Drehbuch schreiben.“

Das zerschlug sich, aber weil er gerade mal im Schreibfluss war, beschloss er, einfach weiterzumachen.

Und wie schreibt man einen Krimi? Als Vorbereitung hat Reisenberg Henning Mankell gelesen. Den Schweden, der so ein besonnener, ruhiger Mensch war, in dessen Kriminalstorys es immer so blutig wurde.

So brutal wollte Reisenberg nicht schreiben. „Ich dachte mir, am besten schreibt man über Dinge, die man kennt.“ Also taucht auf den 316 Seiten, die er ersann, ein Pferd auf („meine Frau hat auch eins, das Jacky heißt“), ein toter Dackel („mein Nachbar hat so einen“), ein röhrender Ferrari (jeder Grevener weiß Bescheid). Und natürlich Menschen wie sein Freund Sepp Weber, der im Buch Toni Hubert heißt, und bayert, dass es nur so kracht. Weber: „Die Zitate habe ich kontrolliert, die sollten stimmen.“ Auch der Hühner-Harry aus dem Stammlokal der Karten-Gang (das Café Spontan?) ist keine komplette Erfindung: „Im tatsächlichen Leben heißt er Norbert.“

Noch ein paar andere Analogien gibt es zwischen dem braven Leben des Johannes Reisenberg in Greven und der blutrünstigen und verzwickten Rache-Geschichte, die er erzählt. Auch er hat an Outdoor-Reisen in Schweden teilgenommen. Auch er hat Zwillinge, eine Tochter wohnt in London, in der Familie gibt es Inder. Und im Baugebiet Wöste musste für teures Geld der Baugrund entwässert werden. Könnte die Baupanne ein Grund für Mord sein? Man muss es schon lesen, um dahinter zu kommen.

„Ich habe von morgens bis abends nur geschrieben“, schildert Reisenberg seine Autoren-Arbeit, „ein tolles Erlebnis.“ Wobei ihm sein Vorleben als Betriebswirt und Controller ein bisschen geholfen hat: „Ich habe mir eine große Excel-Tabelle angelegt, in der alle Charaktere erfasst wurden.

In seinem Buch tummeln sich nämlich so viele verschiedene Originale, dass es nötig war, auf den ersten beiden Seiten einmal ein Personalverzeichnis vorzulegen.

Das Buch ist als Book on Demand erschienen. Das heißt, es wird je nach Bedarf gedruckt. Und man kann es auch als E-Book beziehen.

Ein Trost für den immer vom Fehlerteufel verfolgten Reporter: Reisenberg hat, sagt er, sein Manuskript von drei zuverlässigen Menschen Korrektur lesen lassen. „Im Internet bieten natürlich auch Profis ihre Dienste an“, sagt er, „aber das wäre teuer geworden.“ So tummeln sich auf allen Seiten vor allem Komma-Fehler, die den Lesefluss nicht stören, aber doch überflüssig sind.

Wer einen neuen Kommissar erfindet, will ihn natürlich mit Arbeit versorgen. Reisenberg ist gedanklich dabei: „Ich hätte schon Ideen für einen zweiten Greven-Krimi.“

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