Erdbeerernte
Es darf wieder gepflückt werden

Greven -

So süß und lecker. Wer Erdbeeren mag, muss jetzt zugreifen. Die Beeren sind nicht nur lecker, sondern enthalten auch viele Vitamine.

Freitag, 01.06.2018, 20:16 Uhr aktualisiert: 01.06.2018, 20:20 Uhr
Sophia Kappelhoff auf einem Erdbeerfeld in Aldrup.
Sophia Kappelhoff auf einem Erdbeerfeld in Aldrup. Foto: Günter Benning

Vielen, ganz vielen Grevenern haben sie gefehlt. jahrelang gab es zwei Standorte: An der Aldruper Straße und am Mühlenbach. Doch auf einmal war Schluss. In Greven gab es keine Erdbeerfelder mehr, auf denen man selbst pflücken konnte. Doch die Zeit ist vorbei. Jetzt gibt es wieder zwei Felder – fast an der selben Stelle.

Betrieben werden sie von der Familie Mechelhoff. Vater Tobias, Mutter Sabine und Sohn Jan waren früher bei der Firma Kätker beschäftigt, die Felder in Greven betrieben hatte. Doch diese Firma gibt es nicht mehr. Und so musste Greven eine erdbeerfrei Zeit erleben. Im vergangenen Jahr wurde erstmals wieder ein Stand an der Aldruper Straße eröffnet und jetzt darf wieder gepflückt werden. „Und die Felder werden sehr gut angenommen“, erzählt Sabine Mechelhoff.

Sohn Jan habe die eine Fläche direkt hinter dem Landmaschinenbetrieb anmieten können, am Mühlenbach ist das Feld auf einer neuen Fläche. „Es ist gar nicht so einfach, entsprechende Ackerflächen zu bekommen“, weiß Mechelhoff, deren Firmensitz in Glandorf ist. Denn: Landwirtschaftliche Fläche an sich sei rar und Erdbeeren benötigen zudem ständig ausreichend Wasser.

Für die Selbstpflück-Felder habe man spezielle Erdbeersorten angepflanzt. „Die Früchte sind süß und wohlschmeckend, sie sind besonders rot und die Pflanzen sind robust“, erzählt die Unternehmerin, die vor sieben Jahren zusammen mit ihrem Mann das Unternehmen gegründet hat und inzwischen sechs Hektar Erdbeerfelder bewirtschaftet.

Aber können denn ihre Erdbeeren allein schon preislich gegen das Angebot der Supermärkte bestehen? „Unsere Erdbeeren schmecken einfach besser“, sagt Sabine Mechelhoff und begründet dies auch. „Die Erdbeeren, die es beim Discounter oder im Supermarkt für kleines Geld zu kaufen gibt, haben meistens schon viele Kilometer Transport hinter sich“, erklärt sie. Und: „Die Früchte sind auf Festigkeit und Haltbarkeit gezüchtet, werden bis zum Supermarkt gekühlt und sehen dann, wenn sie nicht mehr gekühlt werden, so aus, wie sie aussehen“, drückt sie es vorsichtig aus.

Auf den Feldern in Greven seien drei verschiedene Erdbeer-Sorten angebaut. „Eine frühe, eine mittlere und eine späte Sorte“, erklärt Sabine Mechelhoff. Eigentlich ein guter Plan, um über lange Zeit Erdbeeren zum pflücken anbieten zu können. Aber: „Das Wetter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.“ Sprich: Aufgrund der sommerlichen Temperaturen seien inzwischen alle Früchte erntereif.

Das Angebot ist also groß, da würden die Pflücker von vor 30 Jahren gut passen. „Früher kamen die Leute mit großen Wäschewannen und haben 50 Kilo und mehr gepflückt, um daraus Marmelade zu machen.“ Das gebe es aber heute nicht mehr.

Zum Pflücken kämen hauptsächlich Familien mit Kindern, ältere Leute und ganz besonders auch Deutsch-Russen. „Wenn die Deutsch-Russen mitbekommen, dass man irgendwo Erdbeeren selber pflücken kann, sind die mit Mann und Maus dabei.“

Wer Erdbeeren haben möchte, muss sie aber auch an den beiden Feldern nicht unbedingt selbst pflücken. Erdbeeren werden auch schon gepflückt angeboten. „Und zwar sind die immer frisch gepflückt, darauf legen wir Wert.“

Stört es sie eigentlich, dass sich die Selbstpflücker bei der Arbeit den Bauch vollstopfen? „So schlimm ist das gar nicht. Das ist auch schon mit eingerechnet“, erklärt die Geschäftsfrau. Genau so wie bei den Besuchen von Kindergärten und Schulklassen. „Das ist doch für uns die beste Werbung, das erzählen die Kinder zu Hause. Da fallen die paar Früchte, die die Kinder pflücken, nicht ins Gewicht.“

Wenn es nach Sohn Tobias gehe – der übrigens Obstbauer gelernt hat – gibt es demnächst noch mehr Erdbeerfelder in Greven und Umgebung. „Aber, wie gesagt: Es ist schwer, entsprechende Ackerflächen zu bekommen.“

Aber fürs Erste sind die Grevener Naschkatzen ja mal versorgt . . .

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