Zeitzeugin Maria Hensmann: Häusergeschichte von der Marktstraße
Vier Fassaden auf einem Bild

Greven -

Interessant, wie sich Greven wandelt. In der Werkstatt von Blumen Hensmann in der Marktstraße hängt ein unscheinbares Bild, das davon erzählt. Seniorchefin Maria Hensmann (85) kann die Geschichte aus eigener Erfahrung erzählen.

Montag, 04.06.2018, 08:29 Uhr
Etwas grob zusammengeschnippelt – in Zeiten von Photoshop hätte man diese Collage eleganter hinbekommen. Aber das Bild zeigt die Entwicklung an der Marktstraße.
Etwas grob zusammengeschnippelt – in Zeiten von Photoshop hätte man diese Collage eleganter hinbekommen. Aber das Bild zeigt die Entwicklung an der Marktstraße. Foto: bn

„Ursprünglich stand an dieser Stelle ein altes Fachwerkhaus mit einem Holzgiebel und Holzfachwerk. Es gab einen großen Tenneneingang auf der Seite. Dann hat der Großvater meines Mannes, Ferdinand Hensmann, der sich hier bei Heinemann eingeheiratet hatte, alles etwas massiver gemacht“, sagt sie. Es kam ein Fenster hinzu und eine normale Eingangstür. Hensmann hatte einen Küffereibetrieb und stellte die Fässer für die Brauerei Winninghoff her, die bis 1918 existierte.

1945, ganz am Ende des Krieges, starben der Schwiegervater, Heinrich Hensmann, und seine Tochter Margret durch deutschen Flakbeschuss. Die Familie wohnte hinten im Haus an der Marktstraße 50a. Deutsche Soldaten schossen von Ladbergen aus in die Stadt hinein, weil über die Nordwalder Straße die Engländer nach Greven reinzogen. „So wurde meine Schwiegermutter Kriegerwitwe“, sagt Maria Hensmann.

1945 hat diese einen massiven Giebel statt des Fachwerks in die Hausfront gesetzt und danach das Gebäude an das Tapetengeschäft Kopmann vermietet.

„1957 haben mein Mann und ich das alte Haus abgerissen und das neue Haus hierhin gesetzt. Mein Mann hatte am 1. April 1956 den Garten- und Landschaftsbaubetrieb eröffnet“, sagt Maria Hensmann. Die Anlage reichte bis über die heutige Straße ‚An der Maritinischule‘ hinaus. Greven war damals ein Dorf.

1958 wurde das Blumengeschäft eröffnet, das man auf dem letzten Bild sehen kann. 1978 wurde im Rahmen der Flurbereinigung, in Guntrup am Schifffahrter Damm ein Gartenbaubetrieb gebaut: „Damals wurden überall Höfe zusammengelegt.“

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