Spenden an die Flüchtlingshilfe
Wert für Flüchtlinge statt fürs Eigenheim

Greven -

Maria Seidel-Merckx und Doktor Dieter Seidel haben kürzlich ihre Goldhochzeit gefeiert. Aber anstatt sich beschenken zu lassen, baten die Beiden um Spenden für die Flüchtlingshilfe. Stolze 2200 Euro kamen dabei zusammen.

Donnerstag, 05.07.2018, 16:39 Uhr
Freuten sich über die großzügigen Spenden: Heinz Kues, Doktor Dieter Seidel, Maria Seidel-Merckx und Jürgen Otto (von links nach rechts).
Freuten sich über die großzügigen Spenden: Heinz Kues, Doktor Dieter Seidel, Maria Seidel-Merckx und Jürgen Otto (von links nach rechts). Foto: Luca Pals

Wenn man seit 50 Jahren ein Herz und eine Seele ist, so frisch verliebt, wie noch am ersten Tag, dann steht die Goldene Hochzeit vor der Tür. Ein besonderer Moment, der wahrlich groß gefeiert werden darf. Dann gibt es Musik, leckeres Essen und das Ehepaar wird üblicherweise mit Geschenken überhäuft. Trifft auch alles auf Maria Seidel-Merckx und Doktor Dieter Seidel zu. Nur Letzteres nicht. Das Grevener Ehrepaar verzichtete bewusst auf Präsente, sammelte dagegen für die Flüchtlingshilfen Greven und Reckenfeld.

Die Feier zum Ehrentag war am 19. Mai. Ein Tag, der sich im Nachhinein wahrlich gelohnt hat. Seidel-Merckx: „Es kamen 2200 Euro zusammen.“ Die werden nun zu gleichen Teilen den Flüchtlingshilfen zu Gute geführt. Heinz Kues bedankte sich im Namen der Flüchtlingshilfe Greven: „Das ist eine super Summe, die wir gut einzusetzen wissen“ und weiter: „Wir bekommen viele Spenden, aber von einer Goldhochzeit – das hatten wir noch nicht.“

Konkret wird das Geld in mehrere Projekte fließen, berichtet Kues zusammen mit seinem Reckenfelder Kollegen Jürgen Otto: „Primär finanzieren wir Sprachkurse für die Menschen, die nicht die Möglichkeit haben.“ Denn: „Sprache ist das Wichtigste“, weiß Maria Seidel-Merckx. Sie spricht aus Erfahrung, kam sie doch vor vielen Jahren von Belgien nach Deutschland. Ihr Mann flüchtete aus einem Gebiet des heutigen Polens. Er sagt: „Ich weiß wie es ist zu fliehen und erst einmal fremd zu sein.“ 1968 heirateten sie, zogen zwei Jahre später nach Greven. Aufgrund der eigenen Vergangenheit und anfänglichen Sprach-Barrieren kamen beide direkt auf die Flüchtlinge. Seidel: „Wenn man 50 Jahre zusammen lebt, hat man alles. Wir brauchen nichts und wollten das Geld daher anderen spenden.“ Außerdem: „Wir sehen das Elend der Flüchtlinge immer im Fernsehen. Viel reden kann jeder, aber man sollte anfangen etwas zu unternehmen“, meint Seidel und ergänzt: „Das geht am besten lokal vor Ort.“

Dazu passt: Maria Seidel-Merckx gibt in der Gesamtschule ehrenamtlich Deutsch-Unterricht. Das Geld soll neben der Förderung von Sprachkursen in Projekte wie die Schlösser-Tour am kommenden Samstag fließen, berichtet Kues. Dabei fährt eine Gruppe an Flüchtlingen auf zwei Schlösser und lässt sich deren Geschichte näher bringen.

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