Linie 179 zwischen Altenberge und Greven wird eingestellt
Politik macht sich für Schüler stark

GReven -

Die Linie 179, die Altenberger Schüler nach Greven bringt, wird zum Ende des Schuljahres eingestellt. Möglicherweise gibt es dennoch eine Verlängerung. Zumindest „vorerst“, vermutlich bis zu den Herbstferien, würde die Stadt die Linie gern aufrecht erhalten (und zahlen).

Freitag, 06.07.2018, 12:11 Uhr aktualisiert: 06.07.2018, 12:20 Uhr
Schäpers stellt die Linie zum Ende des Schuljahres ein.
Schäpers stellt die Linie zum Ende des Schuljahres ein. Foto: ohw

Dafür will man nun Gespräche mit dem Busunternehmen Schäpers führen. Die Zeit bis Oktober will man dann nutzen, um alternative Beförderungsmöglichkeiten auszuloten. Diesen Vorschlag von Bürgermeister Peter Vennemeyer nickte der Rat am Mittwoch ab. Die Politiker hatten zuvor jedoch mächtig Druck gemacht auf Vennemeyer und seine Verwaltung, die eigentlich darauf beharrte, nur das Nötigste zu zahlen. Ein Antrag der Linken, die Linie für ein Jahr weiterzuführen (und zu zahlen), kam nicht zum Tragen – gab aber die Richtung vor.

Die ursprünglich vorgesehene Alternative (vom Bahnhof Altenberge über Münster Nord nach Greven) ist nach Einschätzung der Mehrheit im Rat nicht zumutbar. Auch die zweite Variante (mit dem Zug nach Nordwalde und von dort weiter mit dem Bus) empfinden viele als nicht besser.

Altenberger Eltern äußerten in der vorgeschalteten Fragestunde ihr Unverständnis: Ihre Kinder müssten dann um 6.30 Uhr das Haus verlassen, „also noch mitten in der Nacht“, sagte eine Mutter. Sie finde es „erstaunlich“, dass ihrem zehnjährigen Kind eine solche Fahrt zugemutet werden solle. Eine andere Mutter gab an, sich beim Tag der offenen Tür in der AFR erkundigt zu haben, ob Altenberger Kinder erwünscht seien (Ja) und die Busverbindung bestehen bleibe (keine konkrete Auskunft). Nun, da sie ihr Kind angemeldet habe, lasse man sie im Regen stehen.

Eine Argumentation, die Bürgermeister Vennemeyer persönlich nachvollziehen konnte. „Ich habe da absolute Verständnis.“ Dennoch sei man an die Schülerfahrtkostenverordnung gebunden. Beigeordneter Cosimo Palomba bekannte, die Eltern hätten „zu Recht“ ihre Situation deutlich gemacht. „Keiner im Raum, weder Politik, noch Verwaltung verkennt die Situation. Wir haben ihre Kinder im Blick, auch die Schüler aus Altenberge sind uns wichtig.“ Man wolle auch helfen – aber: „Wir sind gehalten, bei allem Wohlwollen gegenüber unseren Schülerinnen und Schülern, auch wirtschaftlich zu handeln.“ Die Variante über Nordwalde dauere morgens zwölf Minuten länger, das sei „nach Abwägung aller Interessen“ zumutbar.

Nicht nur für Dr. Michael Kösters-Kraft (Grüne) ist die neue Verbindung „noch nicht das Gelbe vom Ei.“ „Wo bleibt die Verlässlichkeit?“, fragte Olaf Wirl (fraktionslos). Auch Jürgen Diesfeld (CDU) mahnte eine bessere Lösung an: „Wir müssen dafür sorgen, dass die Kinder vernünftig hierher kommen.“ Dass der Altenberger Bürgermeister eine Kosten-Beteiligung ablehne, sei „bemerkenswert“. Das wurmt auch Ernst Reiling (Reckenfeld direkt): „Der Altenberger Bürgermeister zieht sich da ganz locker raus. Da sind die Altenberger Eltern gefragt, Druck auszuüben.“

Deutlich wurde erneut: Auch Grevener Kinder besuchen auswärtige Schulen und haben Probleme, diese zu erreichen. Gefragt sind neue Konzepte über kommunale Grenzen hinweg.

Eine Beratung im nächsten Schulausschuss käme für das neue Schuljahr schon zu spät. Daher also die kurzfristige Behelfslösung, die erstmal Zeit bringen soll.

An Ideen für die Zeit danach mangelt es nicht: Ein kleinerer Bus, der bis Wermelt fährt (wo die Kinder umsteigen könnten) oder eine Buslinie über Nordwalde gehören dazu.

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