Erich-Kästner-Grundschule erneut „Haus der kleinen Forscher“
Hier lernen Fachkräfte von morgen

Reckenfeld -

Bereits zum dritten Mal wurde der Erich-Kästner-Gemeinschaftsgrundschule das Zertifikat „Haus der kleinen Forscher überreicht. Die Schule ist damit die erste im Kreis, die sich nun schon zum zweiten Mal dem aufwenigen Verfahren der Rezertifizierung gestellt hat.

Freitag, 06.07.2018, 06:09 Uhr
Mette aus der Klasse 4a und Hanna aus der 4b hatten tolle Einfälle für ihre Murmelbahn. Ihre Murmel war über neun Sekunden lang in dem Gerät unterwegs, länger als in den Konstruktionen der Mitschüler.
Mette aus der Klasse 4a und Hanna aus der 4b hatten tolle Einfälle für ihre Murmelbahn. Ihre Murmel war über neun Sekunden lang in dem Gerät unterwegs, länger als in den Konstruktionen der Mitschüler. Foto: Oliver Hengst

Sie haben sich von anderen Ideen inspirieren lassen, haben gegrübelt und getüftelt – und sind dann selbst zur Tat geschritten. Mette und Hanna bauten eine Murmelbahn, die es im wahrsten Sinne des Wortes in sich hat. Strudel, steile Rutsche, Bremsen – die gewagte Konstruktion hat was. Und vor allem: Sie erfüllte die Voraussetzungen am besten. Die Murmel war mehr als neun Sekunden lang unterwegs – länger als bei jenen Bahnen, die die Mitschüler bauten.

Die waren auch nicht schlecht, aber eben nicht ganz so ausgeklügelt. Die Besonderheit: Die Schüler mussten mit Kreppband und Papier sowie begrenztem Platz auskommen. „Das mit dem Klebeband ist so eine Sache. Bei der Hitze momentan hält es schlecht“, weiß Lehrerin Eva Hrincius.

Am Donnerstagmorgen präsentierten die Dritt- und Vierklässler Besuchern ihre Entwürfe. Aus gutem Grund: Die Besucher waren gekommen, um der Schule das Zertifikat „Haus der kleinen Forscher zu überreichen“. Wieder mal. Schon zwei dieser Plaketten hängen am Eingang der Schule. Am Donnerstagmorgen kam die dritte hinzu. Erneut hatte die Schule zwei Jahre Zeit, viel Mühe und ebenso viel Herzblut investiert, um sich rezertifizieren zu lassen. Warum? „An der Stelle“, sagt sie und meint den Platz, an dem die Plaketten montiert werden, „wird sichtbar, was hier in der Schule passiert“, so Schulleiterin Christel Heisler, die die Plakette zusammen mit ihrer Stellvertreterin Kathrin Schürmann sowie den Lehrkräften Silvia Busies und Eva Hrincius entgegennahm. Nicht, ohne zu danken: „Wir haben ein tolles, engagiertes und teamfähiges Kollegium. Ohne dies würde es nicht gehen.“

Die Schule ist damit die erste im Kreis, die sich nun schon zum zweiten Mal dem aufwenigen Verfahren der Rezertifizierung gestellt hat. Für Rita Kolvenbach vom Kreis Steinfurt, die die Plakette zusammen mit Kollegin Rabea Köhler überreichte, ist das auch Prophylaxe gegen den Fachkräftemangel gerade in MINT-Berufen. „Und die Auszeichnung ist natürlich Belohnung und Wertschätzung. Eine Schule, die sich dem Verfahren stellt, muss echt was auf die Beine stellen.“

Und das haben sie an der Erich-Kästner-Grundschule offenbar getan. Die Murmelbahn-AG, die sich acht Doppelstunden lang in dieses Projekt gekniet hat, ist nur ein kleiner Baustein von ganz vielen. Letztlich verfolgt die Schule das Ziel, das Forschen an ganz vielen Stellen im Unterrichtsalltag zu integrieren. Im Sachkundeunterricht natürlich, bei speziellen Projekten und darüber hinaus überall dort im „normalen“ Unterricht, wo es sich anbietet, den Kindern Aufgaben zu stellen, denen sie dann mit ihrem natürlichen Forschergeist auf den Grund gehen können. „Das Zertifikat ist dann quasi das Nebenprodukt. Das Hauptprodukt ist die Arbeit mit den Kindern an den Themen“, sagt Kolvenbach. „Wir achten natürlich auch darauf, die Interessen der Kinder aufzunehmen“, sagt Silvia Busies. Beim Murmelbahn-Projekt ist das offensichtlich bestens gelungen.

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