Kästner-Grundschule wird umgebaut - offen ist nur, welche Variante zum Tragen kommt
„Projekt wird nicht angezweifelt“

Reckenfeld -

Die Umbaupläne für die Reckenfelder Grundschule haben in dieser Woche auch den Rat beschäftigt. Ein Bericht dieser Zeitung über Kostensteigerungen und den Umstand, dass das Projekt „auf den Prüfstand gestellt“ werden soll, hatte zum Teil offenbar große Irritationen ausgelöst.

Freitag, 06.07.2018, 19:44 Uhr aktualisiert: 06.07.2018, 19:50 Uhr
Steht der Um- oder Neubau der Erich-Kästner-Grundschule grundsätzlich zur Disposition? Nein, verdeutlichte Bürgermeister Peter Vennemeyer nun. Man halte am Projekt fest, müsse aber nochmal die Baukosten prüfen.
Steht der Um- oder Neubau der Erich-Kästner-Grundschule grundsätzlich zur Disposition? Nein, verdeutlichte Bürgermeister Peter Vennemeyer nun. Man halte am Projekt fest, müsse aber nochmal die Baukosten prüfen. Foto: oh

Die Fraktion Reckenfeld direkt hatte gar einen Dringlichkeitsantrag gestellt, mit dem Ziel, den Umbau-Beschluss nochmals zu bestätigen. „Es gibt einen Dringlichkeitsantrag, bei dem keine Dringlichkeit gegeben ist“, sagte Bürgermeister Peter Vennemeyer dazu. Eine Dringlichkeit liege nur vor, wenn der Kommune Schaden drohe. Das sei hier nicht gegeben. Was Reiling nicht so stehen lassen wollte. Dass „ausgerechnet eine Investition in eine Grundschule erneut diskutiert werden soll“, könne niemanden überzeugen.

„Die Maßnahme als solche wird in keinem Fall verschoben oder angezweifelt“, stellte Vennemeyer daraufhin dar. „Wir haben nur gesagt: Wir prüfen nochmal die Baukosten. Das ist dann ein bisschen unglücklich dargestellt worden in der Zeitung.“ Dr. Michael Kösters-Kraft (Grüne) bemängelte erneut die „schleppende Informationspolitik. Und jetzt werden wir hier schon wieder überfahren“.

Grund für die „Überprüfung“ sind deutlich höhere Kosten, die sich durch viel schlechtere Ausschreibungsergebnisse ergeben. „Wir sind von 4,5 Millionen Euro ausgegangen“, sagte Kämmerer Matthias Bücker. Aktuell gehe man von Mehrkosten in Höhe von 1,7 Millionen Euro aus. Das gilt für die aktuell beschlossene Variante: Abriss des Altbaus und großer Neubau. Die Kostenexplosion führt dazu, dass nun auch wieder die andere Variante (Sanierung des Altbaus und kleinerer Neubau) überprüft wird. Es gehe also darum, „die Wirtschaftlichkeitsentscheidung nochmal zu hinterfragen“, aber eben nicht darum, das Projekt grundsätzlich in Frage zu stellen. „Aus meiner Sicht ist vollkommen richtig, da nochmal näher hinzuschauen“, sagte Bücker. „Ansonsten wird möglicherweise fahrlässig Geld verschwenden.“

Natürlich würde auch die Sanierung nach aktuellen Erkenntnissen teuer werden, genau dies rechnet die Stadt nach Bückers Angaben gerade durch. „Es kann gut sein, dass wir bei der Entscheidung bleiben“, sagt er. Vielleicht erweise sich aber auch die Sanierung als wirtschaftlichere Variante.

„Nochmals: Nicht dass das falsch verstanden wird“, betonte Vennemeyer, „das Raumprogramm mit den Maßnahmen, die wir vorgeschlagen haben – daran werden wir festhalten.“

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