Kassenlage entwickelt sich besser als vorhergesagt
Kämmerer bleibt vorsichtig

Greven -

Nochmal 1,2 Millionen Euro besser als prognostiziert – das Jahresergebnis, das die Stadt voraussichtlich erzielen wird, sieht freundlich aus. Auf Basis der Halbjahreszahlen hat der Kämmerer hochgerechnet – und allen Grund zur vorsichtigen Freude.

Freitag, 06.07.2018, 17:44 Uhr aktualisiert: 06.07.2018, 17:50 Uhr
Kämmerer Matthias Bücker legte positive Halbjahreszahlen vor. Er wies aber auch auf zahlreiche Risiken hin.
Kämmerer Matthias Bücker legte positive Halbjahreszahlen vor. Er wies aber auch auf zahlreiche Risiken hin. Foto: Ralf Emmerich

„Das Jahresergebnis würde nach aktueller Prognose bei 2,8 Millionen Euro liegen“, sagte Kämmerer Matthias Bücker im Rat. 2,8 Millionen Euro plus – wohlgemerkt, in Greven durchaus bemerkenswert.

„Prognosen sind deshalb so schwierig, weil sie die Zukunft betreffen“, dieses Zitat bemühte Bürgermeister Peter Vennemeyer, um deutlich zu machen, wie wackelig eine solche Vorausschau sein kann. Denn, das machte Bücker deutlich, noch gibt es mindestens eine große Unbekannte, die ihm und allen, die Verantwortung für die Stadt tragen, noch einen dicken Strich durch die Rechnung machen kann: die Entwicklung der Gewerbesteuer im zweiten Halbjahr. Aktuell fehlen noch 4,4 Millionen Euro, um das erhoffte Jahresergebnis von 23 Millionen Euro Gewerbesteuer zu erreichen. In diesem Jahr falle eine Vorhersage besonders schwer, auch an den Vorjahren kann man sich nur schwer orientieren, weil sich dort kein einheitliches Bild der zweiten Jahreshälfte ergab. Also rechnete der Kämmerer mehrere Szenarien durch. Im besten Fall bekommt Greven Gewerbesteuereinnahmen, die 1,5 Millionen Euro über dem Plan liegen, im schlechtesten fall liegt man 3,2 Millionen Euro drunter. Und schon wäre das gesamte positive Gesamtergebnis des Haushaltes, über das sich alle freuen würden, wieder futsch.

Immerhin: Aktuell sieht es nicht schlecht aus. Vor allem, weil in vielen Bereichen Kosten weg- oder niedriger ausfallen. Insbesondere das Jugendamt meldet geringere Ausgaben, etwa für Hilfen zur Erziehung. Auch manche Baustellen werden ins nächste Jahr geschoben.

Derzeit freut sich der Kämmerer über niedrige Zinsen. „Sie wissen aber auch, darin liegt ein erhebliches Risiko, wenn die Zinsen ansteigen, gerade angesichts des hohen Bestandes an Kassenkrediten“, ließ er die Ratsmitglieder wissen.

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