Aktionstag in Pentrup
Das harte Leben der Sachsen

Greven -

Das Leben im sechsten bis achten Jahrhundert nach Christus war hart, und es war ganz anders und so manch einer kann es sich kaum vorstellen. Wie gut, dass es den Aktionstag, organisiert vom Heimatverein, am Sachsenhof gibt.

Montag, 09.07.2018, 19:37 Uhr aktualisiert: 09.07.2018, 19:40 Uhr
Auf dem Sachsenhof in Pentrup gab es reichlich zu sehen. Und an vielen Stellen konnten die Erwachsenen und die Kinder auch selbst Hand anlegen.
Auf dem Sachsenhof in Pentrup gab es reichlich zu sehen. Und an vielen Stellen konnten die Erwachsenen und die Kinder auch selbst Hand anlegen. Foto: Vera Brüssow

Dieses Jahr ist es sogar ein besonderer, schließlich ist der Sachsenhof nun 30 Jahre alt. Bestes Sommerwetter lockte am Sonntag zahlreiche Besucher an und die durften selbst aktiv werden, um die sächsische Lebensweise zu erleben.

Schon bei den grundlegenden Bedürfnissen ist das Leben nicht so einfach. Um sich etwas zu essen zu machen, werden die Besucher gefordert. So einfach ein Brötchen beim Bäcker kaufen, das gab es bei den Sachsen nicht. Für frisches Brot müssen Körner gerieben und direkt verarbeitet werden. Vier Hände voll Getreidekörner kommen dafür auf den runden Mahlstein, danach kommt eine Art Steindeckel oben drauf und es wird gedreht. „Die Körner werden gemahlen und direkt hier verarbeitet, sodass wir das kleine Fladenbrot am Feuer backen können“, berichtet Liesel Drexler.

Eine Gemüsesuppe mit Buchweizen kocht in einem Topf, der über der Feuerstelle hängt. Sehr lecker und nahrhaft. Passend dazu gibt es Forelle, frisch aus dem Räucherofen. Es kommen sechs Forellen in einen Räucherkorb, der wird in den Lehmofen eingehängt. „Nach etwa 20 bis 30 Minuten sind die Fische gut. Ich filetiere sie und dann kann man sie essen“, erklärt Peter Grund, der gemeinsam mit Ludger Alfing eine Forelle nach der anderen verarbeitet, denn die sind heiß begehrt am Sonntagnachmittag. Das passende Salz wurde auch erstellt, aus echter Sole aus Bad Laer. Es ist sozusagen das frischeste Salz der Welt.

Tag der offenen Tür am Sachsenhof in Pentrup

1/22
  • Foto: Vera Brüssow
  • Foto: Vera Brüssow
  • Foto: Vera Brüssow
  • Foto: Vera Brüssow
  • Foto: Vera Brüssow
  • Foto: Vera Brüssow
  • Foto: Vera Brüssow
  • Foto: Vera Brüssow
  • Foto: Vera Brüssow
  • Foto: Vera Brüssow
  • Foto: Vera Brüssow
  • Foto: Vera Brüssow
  • Foto: Vera Brüssow
  • Foto: Vera Brüssow
  • Foto: Vera Brüssow
  • Foto: Vera Brüssow
  • Foto: Vera Brüssow
  • Foto: Vera Brüssow
  • Foto: Vera Brüssow
  • Foto: Vera Brüssow
  • Foto: Vera Brüssow
  • Foto: Vera Brüssow

Für so leckere Gerichte muss natürlich auch das passende Equipment erstellt werden. Das ist beim Töpfern mit Jürgen Reh möglich. Er stellt gemeinsam mit interessierten Kindern Gebrauchskeramik aus Ton her. Die Herstellung ist nicht schwer und die Kids werden zu kleinen Töpferprofis. Ein fertig erstellter Topf oder die Schale kann auf Kohle oder dem Holzfeuer verwendet werden. Sie müssen Hitze aushalten können, damit sie nicht platzen.

Heiß geht es auch beim Wollefärben zu. Die Wolle wird komplett selbst hergestellt. Die Wolle kommt direkt vom Schaf, wird vorab weiterverarbeitet, sodass sie am Aktionstag gefärbt werden kann. Und für viele verschiedene Farben gibt es unterschiedlichste natürliche Färbemittel: Färberkamille, Färberdistel oder Beifuß – all diese Zutaten wachsen am Sachsenhof. Die vorgebeizte Wolle kommt zusammen mit dem Färbemittel und Alaun in einen großen Topf. „Zuerst wird alles erhitzt, danach kühlt die Wolle ab und wir hängen sie zum Trocknen auf“, erzählt Mechtild Alfing.

Am Stand von Angelika Bussmann gibt es Accessoires. Die Perlen aus Ton, Geweihspitzen und den Schmuck aus Knochen hat sie mit den Frauen des Heimatvereins erstellt. Eine kleine Besonderheit ist ein Umhang, der zwar jetzt im Sommer noch zu warm, aber für den Winter perfekt ist. Das Tuch zum Überlegen ist aus der eigens gefärbten Wolle gestrickt.

Zu den weiteren Highlights des Aktionstages zählen der Bronzeguss, das Drechseln, die Bearbeitung von Knochen als Schmuckstück, Filzen, Nadelbinden, Flachsverarbeitung und das Schießen mit Pfeil und Bogen. Für viele weitere Informationen lief im großen Haupthaus eine Ausgabe der „Sendung mit der Maus“ über das Leben vor 1000 Jahren. Der Film lieferte erste Informationen.

Der Heimatverein schaffte es mit seinem Aktionstag, das Leben der Sachsen lebendig und spürbar werden zu lassen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5892657?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F
Nachrichten-Ticker