Ausfälle und Verspätungen bei der Eurobahn
„Nach wie vor unser Problemkind“

Greven -

Zugausfälle und Verspätungen – für Pendler und Vielnutzer der Bahn gibt es nichts Schlimmeres. Nur: Diesmal ist nicht die Deutsche Bahn, sondern die Eurobahn schuld, die die Linie RB65 von Rheine nach Münster und retour bedient. Benjamin Müller, Vertreter des Nahverkehrs Westfalen-Lippe, kennt das. „Ja, die Eurobahn ist nach wie vor unser Problemkind“, sagt er und klingt ein wenig verzweifelt.

Sonntag, 15.07.2018, 13:20 Uhr aktualisiert: 15.07.2018, 13:30 Uhr
Auch auf der Strecke zwischen Rheine und Münster gibt es immer wieder Verspätungen und Ausfälle bei der Eurobahn.
Auch auf der Strecke zwischen Rheine und Münster gibt es immer wieder Verspätungen und Ausfälle bei der Eurobahn. Foto: Meyer

Pünktlich? „Ach, ich will doch nicht kleinlich sein. Es reicht mir doch schon, wenn der Zug überhaupt kommt.“ Der Mann, der in der Redaktion anruft, ist Bahnfahrer, aus Überzeugung. Und: Er hat – siehe oben – Galgenhumor. Denn eigentlich würde er gerne jeden Morgen mit dem Zug um 5.35 Uhr von Greven nach Münster zur Arbeit fahren. Aber, wieder siehe oben, die Eurobahn hat wohl etwas dagegen. Denn deren Züge fallen um diese Zeit wohl häufiger aus.

Benjamin Müller, Vertreter des Nahverkehrs Westfalen-Lippe, kennt das. „Ja, die Eurobahn ist nach wie vor unser Problemkind“, sagt er und klingt ein wenig verzweifelt. Er habe so eine Flut an Beschwerden, wie es sie über die Eurobahn gibt, noch nie erlebt. „Mit der Westfalenbahn lief das deutlich besser.“

Unzuverlässigkeit und hohe Preise

Die Westfalenbahn hatte vorher die Linie RB65 von Rheine nach Münster und retour bedient. Dann gewann die Eurobahn eine Neuausschreibung. Und: „Wir haben jetzt keine zufriedenstellende Situation“, sagt Müller, der selbst mit dem Auto zur Arbeit fährt, aber großes Verständnis für den Ärger der Bahnkunden hat. „Die Preise gerade auf dieser Strecke sind sowieso schon happig. Da kann der Kunde wenigstens verlangen, dass er vernünftig bedient wird.“

Und das sei auch das Ziel des Zweckverbandes SPNV Münsterland (ZVM) und des Nahverkehrs Westfalen Lippe. „Ist ein Zug um drei Minuten zu spät, ist das mit deutlichen finanziellen Abzügen für das Bahnunternehmen verbunden. Fällt ein Zug komplett aus, gibt es auch überhaupt kein Geld.“ Und das würde eben auch deutlich spürbare finanzielle Einbußen für die Eurobahn bedeuten. „Damit können wir die Verlässlichkeit ein wenig steuern.“

Und wenn diese öffentliche Kritik an dem Unternehmen nicht aufhört, die Eurobahn also ein deutliches Image-Problem hat, werden sie Probleme kriegen, Personal zu bekommen.

Benjamin Müller, Vertreter des Nahverkehrs Westfalen-Lippe

Verbesserung nach Abmahnung

Aufgrund der Ausfälle und Verspätungen im Teutoburger-Wald-Netz wurde die Eurobahn im Februar sogar abgemahnt . „Danach hat sich die Situation ein wenig verbessert“, erklärt Müller.

Und er schildert ein weiters Problem, das auf die Eurobahn zukommen könnte. „Das Unternehmen steht in der Öffentlichkeit ständig in der Kritik. Damit sich die Situation bessert, benötigt das Unternehmen mehr Personal, hauptsächlich Triebwagenführer.“ Aber die seien auf dem Markt sehr gefragt und könnten sich den Arbeitgeber aussuchen. „Und wenn diese öffentliche Kritik an dem Unternehmen nicht aufhört, die Eurobahn also ein deutliches Image-Problem hat, werden sie Probleme kriegen, Personal zu bekommen. Das ist wie eine Art Teufelskreis.“

Nun: Den normalen Bahnfahrer interessiert das alles nicht, der will anderes. „Ich verlange Verlässlichkeit und Pünktlichkeit. Aber ob sich das in naher Zukunft bessern wird? Ich mag nicht daran glauben“, sagte der Mann, der sich in der Redaktion beschwert hat.

Und er als passionierter Bahnfahrer kennt sich ja nun wirklich aus . . .

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5903975?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F
Nachrichten-Ticker