Aushub nach Coerde
Wasser und Erde für die Stadt

Greven / Münster -

Dr. Michael Kösters-Kraft kann sich noch gut erinnern: „Der alte Kanalarm am KÜ war früher die alternative Badeanstalt für die Münsteraner.“

Freitag, 27.07.2018, 16:09 Uhr

Der Grevener hat einmal eine Promotion über die niederländischen Kanalarbeiter geschrieben. Zwischen 1893 und 1897 wurde die erste Kanalüberführung im Zuge des Bau des Dortmund-Ems-Kanals errichtet. Klassisch, mit Sandstein. Ausreichend für Schiffe bis zu 600 Tonnen.

Der alte Kanalarm ist im Zusammenhang mit dem Kanalausbau trocken gelegt. Nur zwei Becken sind noch vorhanden. Dort gewinnen die münsterischen Stadtwerke Trinkwasser.

Kösters-Kraft zeigt auf ein altes Gebäude gegenüber: „Von da aus wurde früher der Kanal überwacht.“

Heute sitzt die Kanalüberwachung in Datteln. Wenn im Dortmund-Ems-Kanal Wasser fehlt, wird dort nachgeregelt. Durchs Münsterland fließt Wasser aus der Lippe. Umgekehrt werden die Kanäle angezapft, wenn es in der Lippe dürftig läuft.

Der Aushub der Baustelle landet übrigens auf der Coerder Mülldeponie. Dort ist noch reichlich Platz für die Kubikmeter Erde, die bei den künftigen Arbeiten anfallen werden. Der Aushub ist, heißt es in der Bauleitung, sehr unterschiedlich. Die Erde stammt von früheren Baumaßnahmen am Kanal.

Als die alte KÜ-Badeanstalt wegfiel, haben das viele Münsteraner bedauert. Möglicherweise gibt es Ersatz. Was am Ende mit der Umfahrungsstrecke passiert, die derzeit für 38 Millionen Euro errichtet wird, ist noch nicht sicher. Baustellenchef Thomas Wermert: „Möglich ist auch eine Freizeitnutzung.“

Wenn es doch anders kommt, würden Tausende von Spundbohlen wieder entfernt werden. Die Umgehungstrasse müsste dann wieder zugeschüttet werden.

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