So., 12.08.2018

Wochenkommentar Umdenken nötig

Leckeres Essen am Beach. 

Leckeres Essen am Beach.  Foto: Günter Benning

Greven - 

Trockener Sommer, fehlender Vereinsnachwuchs, neue Organisationsformen und der Hype am Beach – alles Themen für unseren Wochenkommentar.

Und am Ende war es doch nicht so schlimm? Die Landwirte sind nach dem Extremsommer mit Weizen, Gerste und Triticale zufrieden. Ja, weniger Ernte als im Vorjahr, aber es reicht. Der Mais ist ein größeres Problem. Aber wer mit offenen Auge durch die Bauerschaften fährt, sieht Äcker mit grünem und solche mit völlig verdorrtem Mais. Boden und Gewässernähe machen viel aus. Von bis zu 50 Prozent Ausfall spricht der Ortslandwirt, da wird man sich für die Zukunft Gedanken machen müssen. Denn die Wetterforscher sagen beides voraus: mehr heiße Sommer und mehr extreme Regenereignisse.

In solchen Zeiten erinnert man sich an weise alte Sprüche: Der gute Bauer hat eine Ernte auf dem Feld, eine im Silo, eine auf der Bank. So kann er auch Missernten überstehen. Aber beim Preisdruck, dem viele Landwirte unterliegen, fehlen oft die Reserven.

Ernst Reiling darf sich nicht verabschieden. Im Reckenfelder Treff will er noch mal das Ruder übernehmen. Notgedrungen, denn der Verein drohte ansonsten wegen fehlender Vorstandsmitglieder auszulaufen. Die Sache ist ein Symptom. Einerseits leben gerade kleinere Orte vom Engagement vieler Ehrenamtlicher. Andererseits wollen sich viele Bürger – auch im Rentenalter – nicht mehr an Ämter und Pflichten binden und Verantwortung übernehmen.

Ein Gegenbeispiel ist die Grevener ZWAR-Bewegung. Zwischen Alter und Ruhestand heißt das. Es genügte ein Aufruf, um fast 80 Menschen zusammenzubringen, die gemeinsam aktiv werden. Allerdings gibt es keinen Verein, keinen Sprecher, keinen Vorstand. Man organisiert sich spontan und per Whatsapp. Spontan geht da vieles, langfristige Programme sind schon schwieriger zu gestalten.

Die Neigung zur schnellen, unverbindlichen, spontanen Aktion greift allerorts um sich. Manche Chöre, zum Beispiel, bieten nur noch befristete Projekte an. Wer danach bleiben will, bleibt. Wer gehen will, geht. Das kann für frischen Wind sorgen.

Grevens Beach hat vom Superwetter profitiert. Das Ess-Vergnügen am vergangenen Wochenende war für die beteiligten Wirte ein Gewinn: pure Werbung über die Stadtgrenzen hinaus. Am kommenden Wochenende (18./19.) geht es noch mal hoch her: Jethro Tull und das Klassik-Open-Air. Da kann man nur eines wünschen: keinen Regen.



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