So., 12.08.2018

Tödlicher Unfall am FMO Pilot übte offenbar Triebwerksausfall

Tödlicher Unfall am FMO: Pilot übte offenbar Triebwerksausfall

Beim Absturz eines Kleinflugzeugs am FMO sind am Donnerstag die beiden Insassen ums Leben gekommen. Foto: dpa

Greven - 

Eher menschliches Versagen und kein technischer Defekt? Auch am Tag nach dem Unfall mit zwei Toten am Flughafen Münster/ Osnabrück (FMO) waren die Experten der Bundesstelle für Flug­unfallun­ter­su­chung (BFU) vor Ort und suchten weiter nach Hinweisen zur Unfallursache.

Von Elmar Ries

Wie berichtet, war eine zweimotorige Maschine am Donnerstag beim Landeversuch verunglückt. An Bord befanden sich ein 59 Jahre alter Fluglehrer aus Recklinghausen und ein 64-jähriger Niederländer, der offenbar seine Lizenzen erneuern wollte. Beide waren sofort tot.

Erste unbestätigte Hinweise

Offizielle Aussagen zur Absturzursache gibt es natürlich noch nicht, wohl aber erste, wenngleich unbestätigte Hinweise. Danach sollen Pilot und Fluglehrer bei den sogenannten Checkflügen mit der „Beech G 58 Baron“ auch den Ausfall eines Triebwerks simuliert und das Anfliegen und Landen mit nur einem Motor geübt haben. Das erfordert offenbar besonderes Können und großes Geschick, „weil in so einem Fall die Gefahr besonders groß ist, dass das Flugzeug überzogen wird“. Dabei richtet sich die übersteuerte Maschine zu stark auf und kann dann nicht mehr abgefangen werden, heißt es dazu aus dem Off. Genau das ist möglicherweise am Donnerstag in Greven passiert.

Fotostrecke: Zwei Tote bei Flugzeugunglück am FMO in Greven

Untersuchungen könnten noch Monate dauern

Wie berichtet, benötigen Piloten sogenannte Checkflüge, um ihre Lizenzen zu erneuern. Dabei werden verschiedene Szenarien geübt – unter anderem auch der Triebwerksausfall.

Noch am Donnerstagabend haben Mitarbeiter der Bundesstelle das Wrack in eine Halle des FMO gebracht. Am Wochenende wollen sie entscheiden, ob die Reste der Maschine oder zumindest Teile davon zur weiteren Untersuchung nach Braunschweig gebracht werden, sagte BFU-Sprecher Germout Freitag auf Nachfrage.

Bis die Absturzursache offiziell feststeht, können Monate vergehen. „Ich rechne damit, dass der Zwischenbericht in frühestens sechs bis acht Wochen vorliegt“, sagte der BFU-Sprecher.



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