Das Projekt Repair-Café startet
Reparieren statt wegwerfen

Greven -

Die Grundidee stammt aus den Niederlanden und soll jetzt auch in Greven umgesetzt haben. 20 Ehrenamtliche werden am 5. September ein Repair-Café eröffnen. Dort sollen ein mal im Monat Gegenstände repariert werde, die sonst auf dem Müll landen würden. Das Motto: Hilfe zur Selbsthilfe.

Samstag, 18.08.2018, 13:03 Uhr aktualisiert: 18.08.2018, 13:10 Uhr
Das Projekt Repair-Café startet: Reparieren statt wegwerfen
Foto: RC

Zwei linke Hände? Die hat von der 20 Mann und Frau starken Truppe keiner. Wäre auch schlecht, schließlich haben sie sich der ehrenamtlichen Gruppe angeschlossen, die künftig ein Mal im Monat ein Repair-Café anbieten möchten.

Was für ein Café? Die Anglophilen werden es bereits wissen, den anderen sei gesagt: Es geht ums Reparieren. Wolfgang Dussa ist auf diese Idee gekommen. Und zwar im Rahmen eines EFI-Seminars („Erfahrungswissen für Initiativen“). Und: Er hatte auch gleich fünf Mitstreiter gefunden. Als dann in dieser Zeitung von den Plänen berichtet wurde, waren es schnell 20 Männer und Frauen, die sich an dem Repair-Café beteiligen wollten.

Der Grundgedanke eines Repair-Cafés kommt aus Holland. Dort wurde im Jahr 2009 das erste Repair-Café eröffnet. „Wir wollen den Handwerks-Betrieben keine Konkurrenz machen, sondern nur Hilfe zur Selbsthilfe anbieten und dazu beitragen, dass nicht alles, was einen kleinen Defekt hat, sofort auf dem Müll landet“, erklärt Jutta Rekau, eine der vier Frauen der Truppe.

Denn häufig sei es so, dass es sich monetär nicht lohne, ein Gerät vom Fachmann reparieren zu lassen. „Das ist oft einfach zu teuer“, weiß Wolfgang Dussa. Und deshalb soll den Grevenern die Möglichkeit gegeben werden, ihr defektes Gerät mitzubringen und – im Idealfall – zusammen mit einem der Ehrenamtlichen zu reparieren. Wer da aber so gar keine Ahnung von Technik hat, kann auch in der Zeit in Ruhe einen Kaffee trinken und ein Stück Kuchen essen. „Deswegen heißt das ja auch Café“, verdeutlicht Rekau.

Das Projekt hat inzwischen eine Heimat gefunden, läuft als „Abteilung“ des PlusPunkt Greven e.V.. „Wir wollten nicht extra einen Verein gründen“, erklärt Dussa. Und: Natürlich hat die Zusammenarbeit mit dem Pluspunkt noch einen anderen Vorteil. Denn die Truppe kann Räumlichkeiten im „Weißen Haus“ des Pluspunktes an der Kardinal-von-Galen-Straße 1a nutzen.

Offiziell los geht es am 5. September um 16.30 Uhr. Zur Eröffnung wird dann auch Bürgermeister Peter Vennemeyer anwesend sein. Danach öffnet das Repair-Café an jedem ersten Mittwoch des Monats von 17 bis etwa 20 Uhr. Ist der erste Mittwoch ein Feiertag, wird am zweiten Mittwoch geöffnet.

Wie gesagt: Das ganze Projekt läuft auf ehrenamtlicher Basis und ist für alle, die auf dieses Projekt zugreifen, bis auf eventuelle Ersatzteile kostenlos. „Wir stellen aber ein Sparschwein für freiwillige Spenden auf, von denen neues Werkzeug gekauft werden kann.“ Bis es das gibt, greifen die „Handwerker“ auf eigenes Werkzeug zurück und können auch das vom Hagebaumarkt gespendete Werkzeug nutzen.

Beide betonen noch einmal, dass es bei dem Projekt nicht darum geht, Handwerkern Konkurrenz zu machen. „Wir helfen dabei, Dinge zu reparieren, die sonst auf dem Müll landen würden, weil eine Reparatur zu teuer wäre“, sagt Jutta Rekau. Dabei versuchen die Ehrenamtlichen, jedes Fachgebiet abzudecken. Vor Ort sind Elektriker, Uhrmacher, Schreiner, Maschinenbauer, IT-Spezialisten und, und, und. Außerdem sind viele der Handwerker Allrounder. „Zusammen wird mit Sicherheit auch so manch komplizierteres Problem gelöst“, zeigt sich Wolfgang Dussa optimistisch.

Eine Regel wird aber noch gesondert erwähnt. „Hilfesuchende sollten nur ein Teil mitbringen, was repariert werden soll“, erklärt Rekau.

Wie ein Repair-Café läuft, haben sich einige der Truppe schon in Altenberge und Ibbenbüren angeschaut. „Dort wird das Angebot sehr gut angenommen, bei beiden Projekten hatten die Ehrenamtlichen gut zu tun“, erzählen die Beiden.

Und natürlich sind nicht nur Hilfesuchende angesprochen. „Wer Lust hat, sich bei uns ehrenamtlich zu engagieren, der ist gerne gesehen.“

Nur – zwei linke Hände sollte derjenige nicht unbedingt haben . . .

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