Nephrologisches Zentrum Emsdetten übernimmt KfH-Dialyseeinrichtung in Greven
„Wohnortnahe Versorgung sichern“

GREVEN/EMSDETTEN -

Grevener Dialysepatienten können aufatmen: Zwar schließt das KfH-Dialysezentrum an der von-Kleist-Straße Ende September. Am Standort geht es allerdings weiter.

Samstag, 18.08.2018, 08:03 Uhr aktualisiert: 18.08.2018, 08:10 Uhr
Dr. Christoph Korte, Dr. Lars Figiel und Dr. Frank Tilmann (v.r.) betreiben im Nephrologischen Zentrum an der Nordwalder Straße in Emsdetten die Praxis für Nieren- und Bluthochdruckerkrankungen und das Dialysezentrum. Der in Emsdetten gegründete Verbund von Nierenzentren im Münsterland ist künftig auch in Greven vertreten.
Dr. Christoph Korte, Dr. Lars Figiel und Dr. Frank Tilmann (v.r.) betreiben im Nephrologischen Zentrum an der Nordwalder Straße in Emsdetten die Praxis für Nieren- und Bluthochdruckerkrankungen und das Dialysezentrum. Der in Emsdetten gegründete Verbund von Nierenzentren im Münsterland ist künftig auch in Greven vertreten. Foto: NZE

Vier bis sechs Stunden, dreimal in der Woche: Chronisch Nierenkranke, die auf die „künstliche Niere“ angewiesen sind, verbringen viel Zeit in der Dialyse. Die Nähe zum Wohnort, ein bekanntes Umfeld, das sind für viele Patienten wichtige Faktoren. Grevener Dialysepatienten können jetzt aufatmen: Zwar schließt das KfH-Dialysezentrum an der von-Kleist-Straße Ende September. Am Standort geht es allerdings weiter.

Das Nephrologische Zentrum Emsdetten wird den Komplex übernehmen und in Greven eine Zweigpraxis eröffnen.

„Die Gespräche sind abgeschlossen, wir sind uns einig über eine Fortführungslösung“, bestätigt Dr. Christoph Korte, neben Dr. Frank Tillmann und Dr. Lars Figiel Nephrologe und Betreiber des Dialysezentrums in Emsdetten. Einzig die Zustimmung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Westfalen-Lippe als Aufsichtsbehörde stehe noch aus.

Erfolgt die wie geplant, wächst die Dialysegemeinschaft Dr. med. Christoph Korte und Kollegen GbR mit insgesamt neun Standorten im Münsterland zum Oktober um einen weiteren.

Die bisherigen Kooperationen – etwa mit den niedergelassenen Ärzten der internistischen Gemeinschaftspraxis, die ebenfalls im Grevener Zentrum beheimatet ist – sollen unverändert fortgeführt werden, kündigt Lars Figiel an: „Dr. Gerd Spellmeyer und Dr. Wiebke Lürmann sind Nephrologen, es gibt einen kardiologischen und einen diabetologischen Schwerpunkt – das ist ideal für die Patientenversorgung.“

Für das KfH, dem das Objekt seit über 45 Jahren gehört, steht seit längerem fest, sich aus Greven zu verabschieden. „Die Anzahl der Dialysepatienten im KfH-Nierenzentrum Greven hat sich in den vergangenen Jahren deutlich reduziert. Auch haben sich die Rahmenbedingungen hinsichtlich der Versorgungssituation in der Region in den letzten Jahren deutlich positiv verändert“, erklärt KfH-Pressesprecher Andreas Bonn, warum sich das KfH aus der Dialyseversorgung in Greven zurückzieht.

Nach ersten persönlichen Gesprächen sei klar gewesen: Die Emsdettener Dialysegemeinschaft hat Interesse, das Angebot in Greven weiterzuführen, den Komplex zu kaufen. Stimmt die KV zu – in Vorgesprächen hat es positive Signale gegeben –, stehen ab Oktober aber zunächst Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten an. Optisch und technisch. „Wir werden die Zweigpraxis in Greven mit neuesten Dialysemaschinen ausstatten“, kündigt Christoph Korte an.

Während der Umbauphase, die bis Anfang 2019 abgeschlossen sein soll, könnten die Patienten problemlos im Emsdettener Zentrum versorgt werden. „Ein wenig Umstand – dafür wird´s drei Monate später umso schöner“, verspricht sein Kollege Lars Figiel.

Und warum der Schritt nach Greven, warum die zusätzlichen Investitionen? Emsdetten liegt schließlich gleich nebenan, das Nephrologischen Zentrum an der Nordwalder Straße ist neu und modern, hat mit 38 Dialyseplätze große Kapazitäten. „Es wäre sicherlich problemlos möglich, die Patienten von Emsdetten aus zu versorgen“, erzählt Frank Tillmann, „aber das ist nicht unser Anspruch“. „Wir nehmen unseren Versorgungsauftrag sehr ernst“, ergänzt Christoph Korte. Dazu zähle als wesentlicher Punkt, „die wohnortnahe Versorgung von chronisch Nierenkranken und Dialysepatienten zu sichern.“

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