So., 19.08.2018

Kleinkunstfestival in Gimbte Die ganze Vielfalt des Handwerks

Das Angebot im Gimbter Ortskern war riesig. Bei aller Vielfalt hatten die angebotenen Artikel alles eines gemeinsam: Handarbeit ist Trumpf.

Das Angebot im Gimbter Ortskern war riesig. Bei aller Vielfalt hatten die angebotenen Artikel alles eines gemeinsam: Handarbeit ist Trumpf. Foto: Vera Brüssow

Gimbte - 

Hier ist alles handgemacht. Massenware oder Trödelware? Fehlanzeige. Echte Handarbeit steht im Vordergrund. Der Gimbter Kleinkunstmarkt ist jedes Jahr ein Besuchermagnet.

Von Vera Brüssow

Auch für Ausstellerin Manuela Häntzschel ist der Markt Pflicht. Sie ist Schmuckdesignerin und arbeitet vor allem mit Harz, Resin und Beton. „Teilweise dauert es mehrere Tage, bis ein Kettenanhänger fertig ist“, berichtet die kreative Designerin. Alleine das Trocknen einer gegossenen Grundform dauert 24 Stunden. Getrocknet wird mit Harz, so bleibt die Form des Anhängers bestehen. Nach dem Trocknungsprozess verziert sie die Anhänger mit Blattsilber oder Emaillepulver, das durch eine Schablone gestreut wird. „Ich arbeite mit ganz unterschiedlichen Materialien, auch mit Blüten oder Perlen.“ Die Anhänger sind sehr individuell, keiner gleicht dem anderen.

Individuell sind auch die Tonfiguren und Tassen von Niko La Kemena. Sie designt Keramik mit ganz verschiedenen Mustern. Mal mit zarten Farben, mal bunt und poppig oder mit Sprüchen versehen. „Es sind viele Prozesse, viele Griffe und ich muss meine Abfolge finden“, beschreibt Niko La den Ablauf ihrer Arbeit. Sie formt die Tassen und Figuren aus Ton, der muss in zwei Brandstufen im Ofen brennen. Sind die Figuren lederhart, können sie bemalt werden. Und bei ihren Stücken ist für jeden Geschmack etwas dabei, die Auswahl ist riesig.

Fotostrecke: Kleinkunstmarkt in Gimbte

Groß war auch die Auswahl am Senfstand von Norbert Schippert. Am beliebtesten ist der Feigen-Senf. Am ungewöhnlichsten die Senfsorten Scottish-Whiskey oder Mexikaner mit frischem Chili, Aprikosen und Gewürzen. „Der schmeckt zunächst süßlich, dann leicht scharf“, wie Schippert seinen zahlreichen Kunden bei der Verkostung berichtet. Beliebt war auch der Stand der Bücherei Gimbte. Insgesamt 109 volle Bücherkisten wurden nach zahlreichen Aufrufen gespendet. Aus diesen Kartons konnten sich die Besucher des Kleinkunstmarktes mit ordentlich Lesestoff eindecken. „Die Bücher werden nicht verkauft, die Leser geben uns eine kleine Spende“, erklärt Bücherei-Leitung Heidrun Wolpers. Das eingenommene Geld wird für die Neuanschaffung von Büchern verwendet, sodass das Angebot von rund 1800 Medien weiter aufgestockt werden kann.

Für Leseratten, die die Nase zu lange ins Buch gesteckt haben und eventuell leichte Schulterverspannungen haben, gibt es handgemachte Körnerkissen. Ein Körnerkissen ist ein altes Naturheilverfahren, das bei Verspannungen sowie Rückenschmerzen wahre Wunder bewirkt. Gerda Attermeier näht die Kissenformen und befüllt sie mit Körnern selbst. „Andere lesen und träumen. Ich nähe und träume“, beschreibt Attermeier ihr Hobby.

Damit die Effekte der Körnerkissen noch größer sind, hat sie unterschiedliche Formen entwickelt. Es gibt Nackenhörnchen und Nierengurte mit Klettverschluss, die halten, verrutschen nicht und sorgen für Stabilität, auch bei der Hausarbeit.

Der Kunsthandwerkermarkt bot eine große Auswahl an Schmuck, Tüchern, Gestricktem, Holzarbeiten oder kulinarischen Spezialitäten. Für musikalische Untermalung sorgte das Reckenfelder Blasorchester, das große Hits zum Besten gab. Auch das Gimbter Blasorchester und der Shanty-Chor Gimbte waren gebucht. Bei Sonne pur gab es in der Dorfmitte viel zu sehen und erleben, da war für jeden Geschmack das Passende dabei.



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