Di., 21.08.2018

Toni Röhrig an der Freilichtbühne aktiv „Ich bin einfach eine Rampensau“

Reckenfeld - 

Schon in der Schule spielte Toni Röhrig leidenschaftlich gerne Theater. „Damals wollte ich in die Clownsschule gehen.“ Das war und blieb allerdings ein Traum.

Von Rosemarie Bechtel

Ist der Mensch, der auf der Bühne steht, im Alltag auch so, wie er sich in der jeweiligen Rolle präsentiert? Was machen die Darsteller im wahren Leben? In einer Serie berichtet unsere Zeitung über jene Menschen, die in dieser Saison Rollen an der Freilichtbühne übernehmen. Heute: Toni Röhrig, der eine Rolle in „Der nackte Wahnsinn“ übernommen hat.

Schon in der Schule spielte Toni Röhrig leidenschaftlich gerne Theater. „Damals wollte ich in die Clownsschule gehen.“ Das war und blieb allerdings ein Traum. Wahr aber wurde, wenn auch erst in späteren Jahren, dass ihn inzwischen so richtig die Bühnenleidenschaft gepackt hat. Dafür geht jede Menge Zeit drauf. Nicht nur bei den Theaterproben auf der Reckenfelder Bühne, wo er in diesem Jahr in der rasanten Komödie „Der nackte Wahnsinn“ als Seldon Mowbry auf der Bühne steht.

„Hier switche ich zwischen zwei Rollen. Diese Personen sind sehr unterschiedlich in der Sprache und in ihren Aktionen. Das Stück hat ein hohes Tempo, deshalb waren auch extrem viele Proben angesetzt“, erzählt er.

1998 erfuhr er aus der Zeitung, dass „Die weiße Rose“ gespielt werden soll. Zeitlich passte es, er bewarb sich und spielte den Vater Scholl. Viele weitere Rollen in Musicals und Kinderstücken folgten. Gab es eine Lieblingsrolle? „Eigentlich waren alle Rollen toll, jede hatte ihren ganz besonderen Reiz“, so der gelernte Hotelmeister, der jetzt als Kundenberater tätig ist.

Für sein Hobby nimmt er auch lange Anfahrten von Ottmarsbocholt aus in Kauf. Nicht nur in Reckenfeld, auch in Ibbenbüren ist er beim „Quasiso-Theater“ auf der Bühne zu sehen.

Doch das reicht offenbar noch nicht. Seit sieben Jahren ist er gemeinsam mit Marjorie Hagenbeck als Duo mit der Komödie „Zwei wie Bonny und Clyde“ auf unterschiedlichen Bühnen unterwegs. „Die Zwei“ – so nennt sich diese Truppe, die mit „Nest für einen Star“ ein weiteres Stück im Angebot hat.

„Ich bin einfach eine Rampensau“, gesteht er freimütig ein.

Gebürtig kommt er aus Lütz/Mosel, und seinen Dialekt kann er nicht ganz verbergen. Als seine Mutter ihn zum ersten Mal auf der Freilichtbühne erlebte, sagte sie nach der Vorstellung zu ihm: „Eigentlich hätte man das fördern müssen“.

Dem Hobbyschauspieler, der natürlich auch singend und tanzend auf der Bühne steht, ist jedoch klar: „Wenn man davon leben muss und nie weiß, ob man ein Engagement bekommt, ist das schon etwas ganz anderes.“

Also bliebt es beim Theater als Hobby, weil „es eines der schönsten Hobbys für mich ist. Text lernen hält geistig fit, Tanzen und Action auf der Bühne sorgen für körperliche Fitness.“

 



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