Di., 21.08.2018

Kotbeutel an Bäumen und Zäunen platziert Kampf gegen Hundehaufen

Diese Beutel gibt die Stadt kostenlos aus, hat sie nach eigenen Angaben aber nicht an den fraglichen Stellen platziert.

Diese Beutel gibt die Stadt kostenlos aus, hat sie nach eigenen Angaben aber nicht an den fraglichen Stellen platziert. Foto: Oliver Hengst

Greven - 

Da scheint sich jemand ganz gewaltig über Hundebesitzer zu ärgern, die die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner liegenlassen: An mehreren Stellen der Stadt wurden nun gut sichtbar Hundekotbeutel platziert.

Von Oliver Hengst

Einen Versuch ist es allemal wert: An mehreren Stellen in der Stadt hat jemand Hundekotbeutel aufgehängt. An einem Zaun an der Sachsenstraße, an der Albachtstraße, am Palmenspielplatz an der Grimmstraße, an zwei Freiflächen im Stockkamp, die als Hundewiesen bekannt sind, und möglicherweise noch an weiteren Stellen.

Klingt nach einer konzertierten Aktion, die einiges an Aufwand erfordert. Steckt die Stadt dahinter? „Wir sind nicht diejenigen, die die Beutel aufgehängt haben. Es muss also eine privat initiierte Aktion sein“, sagt Wolfgang Jung, Pressesprecher der Stadt, auf Anfrage. „Es sind allerdings die gleichen Hundekotbeutel, die die Stadt auch ausgibt.“ Der Verdacht liege also nahe, dass sich jemand bei der Stadt mit eben diesen Beuteln eindeckt, um sie an den Stellen, die er (oder sie) für wichtig hält, der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen.

Die knallgelben Beutel gebe die Stadt kostenlos heraus. „Die bekommt jeder, der danach fragt. Sie sind im Rathaus an der Pforte erhältlich.“ Auch im so genannten „Kleinen Rathaus“ in Reckenfeld seien die Beutel zu bekommen.

Man wisse, dass es hier und da vorkomme, dass jemand die Beutel bündelweise am eigenen Gartenzaun anbringe, um die Nachbarn mehr oder weniger deutlich auf deren Pflichten als Hundehalter hinzuweisen, so Jung. Dass die Beutel aber nun zeitgleich an mehreren Stellen in der Stadt auftauchten, noch dazu an öffentlichen Flächen, spricht für eine gezielte Aktion.

Hundekot, den die Halter der Vierbeiner einfach liegen lassen, sorgt immer wieder für Ärger. Am umgestalteten Emsufer, auf Gehwegen, in Blumenbeeten, auf Wiesen, in der Fußgängerzone – einfach überall dort, wo Hundebesitzer ihre Vierbeiner ihr Geschäft erledigen lassen, ohne die Hinterlassenschaften wegzuräumen. Die oft geäußerte Ansicht, man zahle schließlich Hundesteuer, läuft im Übrigen ins Leere. „Die Hundesteuer ist keine Reinigungsgebühr für die Beseitigung von Hundekot. Der muss von den Besitzern der Hunde beseitigt werden“, heißt es in der entsprechenden Satzung der Stadt. Die Steuer diene vor allem einem Ziel: eine allzu große Anzahl von Hunden zu verhindern.

Als bei Facebook eine Grevenerin, die in einen Hundehaufen getreten war, ihr Leid klagte, löste sie damit – wie bei dem Thema nicht anders zu erwarten – eine lebhafte Diskussion aus. „Vielen Dank dafür, dass Sie mit Ihrem Verhalten Hundehalter wie mich, die die Haufen ihres Hundes immer brav entfernen, mal wieder in Verruf bringen“, schrieb sie ironisch. „Ekelhaft diese Hundescheiße überall . . .“, kommentierte jemand. Jemand anderes wurde besonders deutlich: „Für mich sind die Hundehalter, die es liegen lassen, asozial.“



https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5990502?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F