Do., 23.08.2018

Mitfahrbank nach Gimbter Art Daumen rauf für mehr Mobilität

Der bewegliche Daumen ist gut zu sehen. Wer ihn in die Höhe reckt, signalisiert damit, dass er mitgenommen werden möchte.

Der bewegliche Daumen ist gut zu sehen. Wer ihn in die Höhe reckt, signalisiert damit, dass er mitgenommen werden möchte. Foto: Oliver Hengst

Gimbte - 

Ein rot-weiß gestreifter Arm mit roter Hand und hochgerecktem Daumen. Ist das Kunst? Nein, die auffällige Installation in der Gimbter Ortsmitte ist in Wahrheit ein Schild. Eines mit ganz praktischen Hintergrund: Hier sollen Anhalter und Autofahrer, die sie mitzunehmen bereit sind, zueinander finden.

Von Oliver Hengst

Noch ist es „erstmal ein Provisorium“, sagt Johannes Wilp. Eines, aus dem sich etwas entwickeln kann und soll. Das sagt er als Gimbter Bürger, als Vorsitzender des Bezirksausschusses und als Initiator der Aktion über seine „Mitfahrbank“, die an der Bushaltestelle in der Dorfmitte (gegenüber „Deutsches Haus“) platziert ist.

Die Idee: Jemand reckt den (beweglichen) Daumen in die Höhe (ähnlich einem amerikanischen Postkasten), signalisiert so, dass er mitgenommen werden möchte, und nimmt im Wartehäuschen Platz. Im besten Falle hält jemand an und bietet eine Mitfahrgelegenheit an.

Der Haltedaumen war früher am Ortsausgang Richtung Sprakel montiert (da allerdings noch nicht so auffällig bemalt). Man habe ihn in der Dorfmitte neu aufgestellt, als kürzlich die Kommission des Wettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft“ in Gimbte weilte. Ursprünglich war auch ein Hinweisschild angebracht, das die Funktionsweise erklärt. Das ist aber abmontiert worden. Von wem? „Wenn ich das mal wüsste. Seit dem Kleinkunstwochenende ist es verschwunden“, sagt Wilp. Immerhin: In einer frisch aufgelegten Infobroschüre über Gimbte wird das Prinzip der Mitfahrbank beschrieben.

„Wir sind ja leider sehr schlecht angebunden, vor allem jetzt in den Ferien. Da fahren dann auch keine Schulbusse“, sagt Wilp zur schlechten Anbindung an den Nahverkehr. Doch Gimbte wäre nicht Gimbte, wenn man das einfach so hinnähme. CDU-Mann Wilp nahm nicht hin, wurde aktiv und ließ sich das besondere Schild einfallen.

Es soll nicht das letzte sein, ihm schwebt ein ganzes Netz vor. „Ich habe auf Dauer vor, solche Schilder auch in Sprakel und Greven anzubringen, damit die Leute auch wieder zurückkommen.“ Diese beiden Orte seien naturgemäß besonders interessante Ziele für Gimbter, die Einkaufsgelegenheiten, Ärzte oder Dienstleister suchten – und dafür eben oft die Ortsgrenze hinter sich lassen müssen. Ein wichtiges Ziel sei auch der Bahnhof in Greven, sagt Wilp. (Unter anderem) die Mobilität von Jugendlichen und Senioren soll so verbessert werden. Über die tatsächliche Nutzung der Mitfahrbank liegen ihm noch keine Erkenntnisse vor. Ein lohnenswertes Experiment ist es allemal.



https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5994617?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F