Sa., 25.08.2018

Celina Hollmann reist für ein Jahr nach Ghana Raus aus der Komfortzone

Celina Hollmann hat sich im Vorfeld natürlich schon ausgiebig über Ghana informiert. Am morgigen Sonntag geht es dann los. Von Düsseldorf fliegt sie über Amsterdam nach Accra.

Celina Hollmann hat sich im Vorfeld natürlich schon ausgiebig über Ghana informiert. Am morgigen Sonntag geht es dann los. Von Düsseldorf fliegt sie über Amsterdam nach Accra. Foto: Peter Beckmann

Greven - 

Der Plan stand schon länger fest. Doch: Immer wieder kamen Celina Hollmann Zweifel. Soll ich, oder soll ich nicht? Doch spätestens seit dem zehnttägigen Vorbereitungsseminar in Kassel steigt die Vorfreude immer mehr. Und morgen geht es dann wirklich los. Über Düsseldorf und Amsterdam fliegt die 18-Jährige Grevenerin nach Ghana und wird dort ein Jahr bleiben.

Von Peter Beckmann

Für Celina stand schon weit vor dem Abitur eines fest: „Ich wollte auf jeden Fall ein freiwilliges soziales Jahr machen“, erzählt die junge Frau. Aber: Sie hatte auch klare Vorstellungen davon, wo sie dies absolvieren wollte. „Es sollte auf jeden Fall Afrika sein.“

So bewarb sie sich beim ICJA (siehe Info-Kasten), der ihr von einem Freund empfohlen worden war. Hört sich einfach an, war aber mit einem enormen Aufwand verbunden. „Neben der Bewerbung benötigte ich einen Lebenslauf, ein Empfehlungsschreiben und musste einen langen Fragenkatalog beantworten“, erzählt sie. Daraufhin wurde sie zu einem Info-Seminar eingeladen, bei dem sie sich für eine Länderliste bewerben konnte. „Da muss man aber relativ flexibel sein“, wusste sie.

Aber: Sie hatte Glück und wurde für ein Projekt in dem Land ihrer Wahl – also Ghana – angenommen. Geplant war ein Einsatz in einem Projekt, in dem sich die Beteiligten um Waisenkinder und Behinderte kümmern. „Nur leider wurde dieses Projekt dann später eingestellt.“

Heißt: Für Celina Hollmann wird die Reise nach Ghana, genauer in die Hauptstadt Accra – eine Wundertüte. Klar ist, dass sie für ein soziales Projekt eingesetzt wird. „Um was genau es dabei geht, werde ich aber erst im Arrival-Camp erfahren. Einen Wunsch hat sie aber. „Ich möchte da gerne alleine eingesetzt werden und nicht mit einem anderen Freiwilligen“, sagt sie und erklärt. „Sonst redet man die ganze Zeit nur Deutsch und lernt auch die Kultur und die Menschen nicht so gut kennen.“

Celina hat recht klare Vorstellungen, was sie in dem kommenden Jahr „lernen“ will. „Ich reise hier aus einer Komfortzone in ein so genanntes Entwicklungsland und lerne so einmal das komplette Gegenteil von dem kennen, was ich hier in Deutschland gewohnt bin.“ Freunde, die schon so ein FSJ im Ausland gemacht haben, haben ihr erzählt, dass man sich in diesem einen Jahr sehr stark persönlich weiter entwickeln würde und sehr viel fürs eigene Leben mitnehme. „Man wird in so einem Land sicherlich viele Sachen schätzen lernen, die hier selbstverständlich sind“, sagt sie.

Das Vorbereitungsseminar habe sie gut auf die kommenden Zeit vorbereitet. „Da ging es um Organisatorisches, aber auch um Themen wie Rassismus oder Gender, wir haben dort sehr viel Denkanstöße bekommen“, erzählt die junge Grevenerin.

Bevor es dann losgehen konnte musste sie einen Spendenkreis aufbauen und 2700 Euro für den Verein sammeln. Weitere Kosten für Arzt und Visum (stolze 320 Euro) kommen hinzu. „Das ist für einen Zeitraum von einem Jahr aber völlig in Ordnung.“ In Ghana bekommt sie freie Verpflegung und Unterkunft und zusätzlich ein Taschengeld von 80 Euro im Monat und das Kindergeld von den Eltern. „Das ist ganz viel Geld in einem Land wie Ghana.“

Ein Jahr ist sie dann in Ghana, die 24 Tage Urlaub wird sie nutzen, um das Land noch besser kennen zu lernen. Und: Keine Angst vor Heimweh? „Heimweh werde ich mit Sicherheit haben, aber das Internet in den großen Städte in Ghana soll recht gut sein.“ WhatsApp und Skype lassen grüßen.

Und was nach dem Jahr? Geht es beruflich in den sozialen Bereich? „Genau das möchte ich in dem Jahr in Ghana herausfinden“, erzählt Celina. Zweifel an der Reise hat sie spätestens seit dem Vorbereitungsseminar nicht mehr. „Ganz ehrlich: Ich kann es kaum noch abwarten, bis es losgeht.“



https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5997283?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F