Fr., 24.08.2018

Dorfgemeinschaftshaus steht in Gimbte ganz oben auf der Wunschliste Gasthaus mit Charme oder Neubau?

Der Deutsche Herd mitten im Ortskern: Die Familie Siemon hat selbst eine Nachnutzung als Dorfgemeinschaftshaus ins Gespräch gebracht.

Der Deutsche Herd mitten im Ortskern: Die Familie Siemon hat selbst eine Nachnutzung als Dorfgemeinschaftshaus ins Gespräch gebracht. Foto: Oliver Hengst

Gimbte - 

Ob es Bürgerhaus oder Dorfgemeinschaftshaus heißen wird – völlig offen. Genauso ungeklärt ist, ob es in einem bestehenden oder einem neuen Gebäude unterkommen soll. Eigentlich ist nicht mal klar, ob die Idee überhaupt umgesetzt wird. Nur eines steht für Johannes Wilp fest: Es muss bald entschieden werden. „Wenn wir das auf die lange Bank schieben, ist es tot.“

Von Oliver Hengst

Mit „das“ meint er die Idee eines Dorfgemeinschaftshauses, aber auch die Gimbte-App, einen Bürgerverein und Unterstützung für die Feuerwehr, die unter Platznot leidet. Alles Bestandteile des Dorf-Innen-Entwicklungskonzeptes (DIEK).

Ein Dorfgemeinschaftshaus steht aus vielerlei Gründen ganz oben auf der Wunschliste. „Wir haben als Treffpunkt nur das Jugendheim“, sagt Wilp. Da dieses aber auch durch andere Gruppen – etwa Kfd, Shanty-Chor, Blasorchester – genutzt werde, stehe es den Jugendlichen, für die es eigentlich gedacht ist, nur sehr eingeschränkt zur Verfügung. „Die müssen jedes mal ihr ganzes Zeug beiseite räumen, zum Beispiel Tischtennisplatte und Kicker“, weiß Wilp (CDU), der Vorsitzender des Bezirksausschusses Gimbte ist.

Hinzu kommt: „Die Stadt Greven macht nicht gerade viel für die Jugend in Gimbte.“ Die Jugendarbeit stehe im Wesentlichen auf ehrenamtlichen Füßen, weiß Wilp und nennt hier vor allem die Messdienerschaft und die Pfarrjugend. Wenn sich die Stadt aber derart zurückhalte, so Wilp, sei es nur gerechtfertigt, das Jugendheim durch die Einrichtung eines Bürgerhauses zu entlasten – und zwar auch mit städtischem Geld.

Wie viel genau investiert werden müsste? Noch völlig offen. Denn die Frage des Standortes ist noch ungeklärt. „Es ist noch überhaupt nichts entschieden“, sagt der Ausschuss-Vorsitzende. Im Gespräch ist vor allem das Gebäude, in dem die Familie Siemon derzeit (noch) den „Deutschen Herd“ betreibt. „Das Objekt Siemon ist von der Lage her top“, sagt Wilp über die Gaststätte mitten im Ortskern. Aber: „Wenn wir das Haus kaufen, bekommen wir nur 10 Prozent Förderung. Wenn wir neu bauen, wären es 60 Prozent.“

Ein Haus mit Geschichte und Charme einerseits, ein Neubau mit der Chance, es maßgeschneidert an die Bedürfnisse anzupassen, anderseits – eine schwierige Entscheidung. Für Wilp ist die Nutzung des Siemon-Hauses verlockend. „Ich würde es gern machen, aber man muss es auch finanzieren können.“ Und zunächst mal muss die Entscheidung der Bezirksregierung abgewartet werden, die das Dorf-Konzept nun prüft. Wilp hofft auf positive Förder-Signale. Sobald es die gebe, könne man konkret werden.

Bei aller Komplexität: Zu warten ist keine Option. Dass noch Jahre ins Land gehen, ehe eine Entscheidung fällt – „das möchte ich gern verhindern.“ Nach der Sommerpause werde das Thema sicher auch wieder die politischen Gremien beschäftigen. Dann müsse man „Butter bei die Fische“ geben, wirbt Wilp.



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