Mo., 27.08.2018

Heidrun Riese besucht ihr 50. a-ha-Konzert So klingt norwegische Schwermut

Es sind die Momente, die Heidrun Riese (kl. Bild) bei Konzerten fesseln – die hält sie zum Teil für ihr privates Fotoalbum fest. Am Montag geht es zum 50. Mal zum a-ha-Konzert, auf dem Zeltfestival Ruhr in Bochum.

Es sind die Momente, die Heidrun Riese (kl. Bild) bei Konzerten fesseln – die hält sie zum Teil für ihr privates Fotoalbum fest. Am Montag geht es zum 50. Mal zum a-ha-Konzert, auf dem Zeltfestival Ruhr in Bochum. Foto: Privatarchiv Heidrun Riese/Dieter Huge sive Huwe

Reckenfeld - 

Krass. 50 Mal war Heidrun Riese jetzt schon auf einem Konzert der norwegischen Gruppen a-ha. Das muss erklärt werden.

Von Martin Fahlbusch

Doch, doch. Ein wenig Norwegisch spricht sie schon. Aber das ist für Heidrun Riese eigentlich keine echte Bedingung und notwendige Voraussetzung, echter Fan der Band „a-ha“ zu sein. Soweit – so normal, könnte man denken. Aber wenn man von ihr erfährt, dass sie sich am kommen-den Montag zu ihrem 50. a-ha-Konzert nach Bochum aufmachen wird, muss man einfach innehalten. Da sitzt eine freundliche und ge-standene junge Frau von gut 37 Jahren und die Augen leuchten jetzt schon. Da springt einen aber keine Spur von Teenie-Schwärmerei, sondern begründete Begeisterung an und macht regelrecht neugierig.

Als Heidrun Riese Anfang der 1980er Jahre in Greven auf die Welt kam, gründeten nahezu zeitgleich Pål Waaktaar-Savoy (Gitarre) und Magne Furuholmen (Keyboard) die spätere Kultband a-ha, der sich kurz darauf Morten Harket (Gesang) anschloss. Aber weder das norwegische Trio noch Heidrun Riese wussten da schon von ihrer ganz speziellen Beziehung – wie auch. „Ehrlich gesagt bin ich erst kurz vor meinem Abitur von dieser 80er-Musik angefixt worden“, erzählt die Grevenerin. Und dann dauerte es noch bis zum 28. November 2000, bis sie in der Arena Oberhausen das Top-Trio erstmalig live in Augenschein nahm. „Nichts gegen ansehnliche Männer und auch in deren Tour-Bands sind optisch ansprechende Exemplare, aber das war und ist für mich nicht der Zugang zu a-ha. Es ist in erster Linie ihre ganz spezielle Musik“, stellt die freie Journalistin, die als solche auch für die WN in Ochtrup tätig ist, klar. Viele mögen mit a-ha schnell Synthie-Pop, New Wave oder Ähnliches verbinden, räumt sie ein. Seit der Band-Gründung habe sich aber deren Musik durch ganz verschiedene Einflüsse und Stiländerungen immer weiterentwickelt – aber diese skandinavische Melancholie, diese anrührende Sehnsucht und Schwermut sei stets geblieben. Und die hat Heidrun Riese über all die Jahre und all die Konzerte immer wieder gepackt und gefesselt.

„Natürlich habe ich damals – und ich tue es heute noch – musikalisch auch nach rechts und links geschaut und Bands wie Spandau Ballet, Duran Duran, Kajagoogoo oder auch Gruppen sowie Einzelkünstler anderer Genres auf dem Schirm gehabt und verfolgt. Aber für mich die irgendwie schlüssigste Truppe war und ist a-ha geblieben“, stellt sie klipp und klar fest. Was übrigens nicht bedeutet, dass sie gerade durch die Beschäftigung mit den drei tiefgründigen Norwegern und deren zahlreichen Soloprojekten und deren musikalischem Umfeld immer wieder neue musikalische Inspirationen und Entdeckungen gemacht hat. „a-ha, deren Musik und das gesamte Umfeld haben mich beeinflusst, aber mich auch auf viele Dinge neugierig gemacht, mich ein Stück persönlich weiterentwickelt“, ist die Musikbegeisterte felsenfest überzeugt. „Jedes Konzert ist anders, man merkt als Vielfach-Zuhörer, wie die Jungs und ihre Musiker drauf sind und ist gespannt auf die kleinen Veränderungen“, verrät sie ein Stück von ihrem Blick auf das Norweger-Trio.

Ihre echt ausdauernden Konzertgänge von Oslo, über Brüssel bis jüngst in Uelzen haben sie in Kontakt und zum Teil in Freundschaft zu vielen, ganz unterschiedlichen Menschen gebracht, die so ticken wie sie. Man ist persönlich oder über die einschlägigen Internetforen in Kontakt, erhält Anregungen und Informationen, tauscht Musiktipps, aber auch Meinungen und unterschiedliche Standpunkte aus. Nicht irgendein Ausrasten oder Gekreische macht für Heidrun Riese diese Kultur aus und sie bringt es dann auf den Punkt: „Fan-Sein muss man erleben, um es zu verstehen.“ Das lassen wir jetzt einfach mal so stehen und wirken . . .



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