Mi., 29.08.2018

Traditioneller Kirmes-Gottesdienst Damit niemand im Regen steht...

Ein symbolisches Geschenk: Pfarrer Jörn Witthinrich (Mitte) hatte ein besonderes Präsent für Bürgermeister Vennemeyer, den katholischen Kollegen Lunemann und eigentlich alle Engagierten dabei.

Ein symbolisches Geschenk: Pfarrer Jörn Witthinrich (Mitte) hatte ein besonderes Präsent für Bürgermeister Vennemeyer, den katholischen Kollegen Lunemann und eigentlich alle Engagierten dabei. Foto: Stefan Bamberg

Greven - 

Nicht meckern, machen. Beim traditionellen Kirmesgottesdienst appellierte Bürgermeister Vennemeyer an den Gemeinsinn.

Von Stefan Bamberg

Für einen Moment könnte man meinen, der Discojet fetzt durch die Martinuskirche. Aber, keine Panik, liebe Leute: Es ist doch nur ein amtlicher Weihrauchschwall, der da aus der etwas anderen Nebelmaschine kommt. Sonntagmorgen, Hochamt zum Wohle der Stadt: Nirgendwo wird so viel geräuchert, nirgendwo so wunderschön, so opulent „Ein Haus voll Glorie“ oder „Großer Gott, wir loben Dich“ gesungen. Und: nirgendwo so sehr an den Zusammenhalt in Greven appelliert.

Fotostrecke: Optimismus statt Schlechtgerede: Hochamt zum Wohle der Stadt

Aber die Gelegenheit dazu ist ja auch günstig – denn es sind fast alle da, die hier was bewegen: „Alle, die sich für die Stadt – und das heißt vor allem – für die Menschen in dieser Stadt einsetzen“, sagt Pastor Klaus Lunemann. Obwohl – und das ist die betrübliche Nachricht des Vormittags – das womöglich schon mal mehr Bock gemacht hat als aktuell: „In Zeiten, in denen alles schlecht geredet wird“, wie Bürgermeister Peter Vennemeyer beobachtet. Hetze in sogenannten sozialen Netzwerken, Populismus, Angriffe auf Würde, Toleranz und Rechtsstaatlichkeit – zusammengefasst: „Auf alles, was uns mal stark gemacht hat“, so Vennemeyer.

Fotostrecke: Schon mal etwas Kirmes gucken

Dabei, findet er, gebe es doch auch „good news“ in der Ära der Fake-News: „Es geht uns immer noch sehr gut – in Deutschland und in Greven.“ Argumente statt Geschrei, laute die Devise – angefangen vor Ort: mit neuen Kita-Plätzen, mit sinkenden Arbeitslosenzahlen und steigenden Löhnen.

Und eben mit Bürgern, denen andere Bürger nicht egal sind – das stellt insbesondere Pfarrer Jörn Witthinrich heraus: „Es ergibt immer noch Sinn, sich für andere einzubringen!“

Kirche, Verwaltung und Vereine, das demonstriert die große Festgemeinde einmal mehr mit Verve, arbeiten hierbei Hand in Hand. Bei der Hilfe für Geflüchtete, bei der Unterstützung von Familien und Bedürftigen.

Witthinrich hat – das ist inzwischen quasi Kult – wieder ein kleines Geschenk für Vennemeyer am Start: einen Schirm, der – auch wenn‘s noch so gießt – himmelblau leuchtet. „Damit wir alle mit unserem Engagement nicht im Regen stehen“, witzelt der Protestant. Am Sonntag jedoch gewiss auch erst mal für den Gang über die Kirmes. Für den Fall der Fälle.



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