Mo., 27.08.2018

Lambertusmarkt am „Welttag des Putzschwamms“ Zwischen Socken und Silberreiniger

Neben allerlei Massenware war auch echte Handarbeit im Angebot. Das Kaufen stand bei vielen Besuchern aber gar nicht im Vordergrund, sondern eher das Bummeln. Der Markt ist traditioneller Treffpunkt am Kirmesmontagmorgen.

Neben allerlei Massenware war auch echte Handarbeit im Angebot. Das Kaufen stand bei vielen Besuchern aber gar nicht im Vordergrund, sondern eher das Bummeln. Der Markt ist traditioneller Treffpunkt am Kirmesmontagmorgen. Foto: Oliver Hengst

Greven - 

Allerlei Nützliches hatten die Händler im Angebot, die am Montagmorgen ihre Stände für den Lambertusmarkt öffneten. Zunächst aber mussten sie eine regenbedingt schleppende Startphase überstehen. Dann kamen die Massen, um Putzmittel, Töpfe, Lederpflege und Co. zu kaufen.

Von Oliver Hengst

Keine Sonne – keine Kundschaft. Ergo keine Vorführungen. Wer die revolutionäre Ast-Schere mit Rollsystem in Aktion sehen oder sich zeigen lassen will, wie man Fenster endlich, endlich streifenfrei sauber bekommt, hat Pech. Zumindest morgens um acht. Weil der Lambertusmarkt am frühen Morgen nahezu menschenleer ist (feinstem Münsterländer Niesel sei Dank), verzichten die Händler (zunächst) auf ihre unterhaltsamen Einlagen.

Doch die Profis wissen: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Die Kundschaft wird schon kommen. Und genau so ist es. Als der Regen aufhört, kommen sie in Massen. Also Handy beiseite legen, das Quatschen mit dem Standnachbarn einstellen, los geht die Show.

„Da muss man für gemacht sein“, sagt ein Passant, der aus der zweiten Reihe die Demonstration der neuen Putztücher verfolgt. „Ich falle da nicht drauf rein“, behauptet er und wendet sich ab.

Er verpasst was. Denn der Verkäufer fährt alles auf: Geschenke, um die Damen an den Stand zu locken, ein paar lockere Sprüche, um sie bei Laune zu halten, und schließlich natürlich ein unschlagbares Angebot. Dabei klang das einige Minuten vorher noch ganz anders. „Sie müssen hier nichts kaufen, sie sollen nur zugucken“, sagt er und drückt den Passantinnen einen Gratis-Schwamm in die Hand. Weil heute Welttag des Putzschwamms ist. „Sie kennen Microfaser-Tücher? Wir haben hier die Nachfolger. Ich zeige Ihnen kurz wie das funktioniert.“ Und schon hat er sein Publikum am Wickel. Aus anfänglich zwei Zuschauern werden rasch zehn, dann 15. Und er hat nicht zu viel versprochen, das Fenster lässt sich mit den Wundertüchern tatsächlich streifenfrei säubern. Zumindest hier am Stand. „Egal ob Sie Rechtshänder, Linkshänder, Engländer oder Holländer sind.“

Die anderen Marktleute versuchen, ebenfalls zu punkten (und zu verkaufen). Eine eher sachliche Vorführung hier, ein charmantes Umgarnen dort. Jeder hat seine Tricks und seine Eigenheiten. Was offenbar immer geht: „Der Preis gilt nur hier und heute . . .“

Wegen laufender Bauarbeiten steht der Schulhof der Martinischule für den Lambertusmarkt nicht zur Verfügung. Die Stände gruppieren sich daher etwas anders als sonst. Das bricht gewohnte Routinen beim Rundgang auf. Für Stammgäste somit die erste Aufgabe des Tages: erstmal den Stand finden, den man ansteuern will. Frische Gewürze, Wollsocken, Solinger Küchenmesser, Perlglanz-Reiniger – wo gibt es das noch?

Nach dem Bierstand muss man nicht lange suchen. Er steht wie gewohnt auf einem freien Fleckchen des Schulhofes. Dort kann man sich mit einem Konterbier gegen den aufkommenden Kater des Vorabends wappnen. Oder sich schon mal warmtrinken für die Aufgaben, die der Tag noch bereithält. Schließlich machen kurz vor Mittag schon die Innenstadtkneipen auf.

Fotostrecke: Kirmes Greven: Lambertusmarkt am Montag



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