Di., 28.08.2018

Die meisten Branchen in Greven haben zugelegt Die Ära der Dienstleistungen

Greven - 

Grevens Arbeitsmarkt boomt. Um 16 Prozent stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten zwischen 2010 und 2017. Das ist ein Zuwachs von über 2000 Jobs. „Und das sieht gut aus“, sagt Reiner Zwilling, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rheine. Gleichzeitig sieht er aber auch die Probleme der Zukunft: Junge Leute wandern in Hoch-Lohn-Bundesländer ab.

Von Günter Benning

Zunächst einmal die boomenden Branchen in Greven: An der Spitze die Logistik. 854 neue Jobs wurden von Juni 2010 bis Juni 2017 geschaffen, insgesamt beschäftigten die Fieges, Greiwings und Kühne & Nagels der Stadt 3769 Mitarbeitereiter. Unter Verkehr und Lagerei firmiert auch das DHL-Postverteilzentrum.

Dieser Trend setzt sich fort: Nächste Woche ist erster Spatenstich bei Hermes im Airportpark und Fiege sucht auch neue Mitarbeiter.

Der größte Jobbringer in der Stadt ist der Dienstleistungssektor. Allein 510 Beschäftigte kamen im Gesundheits- und Sozialwesen hinzu. Pflegeberufe und Kita-Mitarbeiterinnen dürften dabei ausschlaggebend gewesen sein, der Sektor beschäftigte 2017 1882 Mitarbeiter. Zweiter Quotenbringer waren die freiberuflichen Dienstleistungen. Also Mitarbeiter in Ingenieur- oder Architekturbüros oder anderen Freiberuflern. 456 neue Jobs – der Sektor hat sich mit 867 Beschäftigten mehr als verdoppelt.

Natürlich gibt es auch rückläufige Beschäftigtenzahlen, aber doch auf geringem Niveau. Das verarbeitende Gewerbe beschäftigte 2017 53 Mitarbeiter weniger als 2010. Bei 1924 Jobs waren das -2,7 Prozent. Aktuell dürfte die Lage wieder anders aussehen.

Angesichts absehbarer Altersabgänge in den nächsten 15 Jahren sieht Reiner Zwilling auch Gefahren für den Arbeitsmarkt. Das Lohnniveau im Kreis Steinfurt sei deutlich niedriger als in Industrieregionen wie Baden Württemberg oder Bayern: „Die Unternehmen haben ihre Gewinne in Rücklagen gelegt und nicht an die Mitarbeiter weitergegeben.“ Gerade junge Leute würden der Region den Rücken kehren.



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