Do., 30.08.2018

Übernachtungszahlen Greven profitiert vom Münster-Hype

In Greven gibt es zwölf Hotels oder andere Betriebe mit zehn und mehr Betten. Die Auslastung dieser Betten liegt nach Angaben der Statistiker unter 30 Prozent.

In Greven gibt es zwölf Hotels oder andere Betriebe mit zehn und mehr Betten. Die Auslastung dieser Betten liegt nach Angaben der Statistiker unter 30 Prozent. Foto: dpa

Greven - 

Laut einer Statistik haben im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres 18 321 Menschen in Greven übernachtet – ein Plus von 9,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und vom ersten Halbjahr 2016 bis 2017 gab es gar ein Plus von 29,2 Prozent. Vermutlich liegt das an der Nähe zu Münster.

Von Peter Beckmann

Es ist schon ein Elend mit der Statistik. Eigentlich sollte sie ja Informationen und harte Facts liefern, aber oft lassen sie den Leser ratloser zurück als vorher. Das ist in diesem Fall nicht anders. Dabei geht es um „die Beherbergung im Reiseverkehr in Nordrhein-Westfalen“.

Aber von Anfang an. Laut der Statistik von Information und Technik NRW haben im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres 18 321 Menschen in Greven übernachtet – ein Plus von 9,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Und vom ersten Halbjahr 2016 bis zum ersten Halbjahr 2017 gab es gar ein Plus an Übernachtungsgästen von 29,2 Prozent. Aber: In dieser Statistik sind nur die Übernachtungen in den zwölf Betrieben in Greven eingerechnet, die mindestens zehn Betten haben. „In Greven gibt es aber auch viele kleinere Betriebe“, verdeutlicht Peter Hamelmann, Geschäftsführer Greven Marketing.

Die mittlere Aufenthaltsdauer der Gäste betrug nach der Statistik im ersten Halbjahr 2018 genau 1,5 Tage, 0,1 Tag weniger als im Jahr zuvor. Lässt sich nachrechnen aus den vorgegebenen Zahlen, stimmt also auch vermutlich. Aber: Damit liegt Greven ganz am Ende des Rankings der Städte im Kreis.

Erstaunlich ist die Angabe über die Auslastung der angebotenen Betten. Die liegt, laut Statistiker, in Greven bei 29,6 Prozent. „Damit könnte kaum ein Betrieb überleben“, erklärt Hamelmann, weiß aber auch nicht, wie diese Zahl errechnet wurde. „Ich weiß nicht, auf welchen Angaben basierend die Zahlen erhoben werden“, erklärt er.

Überhaupt sei das erste Halbjahr nicht der Zeitraum für touristische Übernachtungen. „Da handelt es sich mehr um Geschäftsreisende oder Monteure“, verdeutlicht er. Aussagen darüber, ob Greven als Urlaubort beliebter wird oder nicht, könne man daraus nicht ableiten.

Grundsätzlich seien die Auslastungszahlen wohl am wenigsten belastbar, zeigt sich Hamelmann durchaus kritisch gegenüber der Statistik. Aber: „Man kann zumindest aus den Zahlen erkennen, dass der Run auf Münster immer stärker wird und Greven davon profitiert.“

Letzte Fragen seien sowieso in der Statistik unbeantwortet. Wie werden Übernachtungen auf dem Campingplatz an der Altenberger Straße gezählt, wie die Übernachtungen auf dem Platz am Yachthafen in Fuestrup? „Da gibt es unterschiedliche Umrechnungsschlüssel“, erklärt er und weist noch einmal auf die kleineren Betriebe in Greven hin. „Die tauchen erst gar nicht auf.“



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