Do., 30.08.2018

Stele und Plakat Eine christliche Stadt

Dieses riesige Plakat an der Königstraße wurde vom „Christlichen Plakatdienst e.V.“ aufgestellt. Der Kreisverkehr ein paar Meter weiter wird demnächst umgestaltet.

Dieses riesige Plakat an der Königstraße wurde vom „Christlichen Plakatdienst e.V.“ aufgestellt. Der Kreisverkehr ein paar Meter weiter wird demnächst umgestaltet. Foto: Peter Beckmann

Greven - 

Für Besucher, die von der Autobahn kommenden das erste Mal in Greven herein fahren, ist schnell klar: Das hier ist zwar nicht die Heilige Stadt, aber ein Ort mit ganz besonders gläubigen Einwohnern.

Von Peter Beckmann

Die heilige Stadt? Die liegt bekanntlich ganz woanders. Für Besucher, die von der Autobahn kommend das erste Mal in Greven herein fahren, ist aber schnell klar: Das hier ist zwar nicht die Heilige Stadt aber ein Ort mit ganz besonders gläubigen Einwohnern. Wie man darauf kommen kann? Nun, am Beginn der Königstraße (vom Schiffahrter Damm gesehen) steht auf einem großen Schild in ganz großen Lettern: „Jesus Christus: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Und ein paar Meter weiter wird auf dem Kreisverkehr zur Leinweberstraße immer noch mit Hilfe einer großen Stele für das Martin-Luther-Jahr geworben. Gläubiger geht doch wohl nicht, oder?

Nun, mit der ersten Bekundung haben weder Stadt noch Kirchengemeinden etwas zu tun. Diese große Werbetafel wurde auf privatem Grund aufgestellt. Das Plakat selbst stammt vom „Christlichen Plakatdienst e.V.“. Dieser Vereine mit Sitzt in Bergneustadt hat in ganz Deutschland diese Plakate aufgestellt und hofft, „dass suchende Menschen das Wort Gottes lesen und durch Umkehr zum Leben finden“, wie es auf der Homepage des Vereins heißt. Und weiter: „Unser Ziel ist es, durch den Aushang von Plakaten mit Bibelzitaten sowie der Weitergabe von Bibeln und christlicher Literatur, Menschen das Wort Gottes nahe zu bringen.“ Wer will, kann sich also, so er denn geläutert ist, sogar kostenlos bei dem Verein, der ausschließlich durch Spenden finanziert wird und nach eigenen Angaben überkonfessionell ist, die Bibel bestellen.

Diese Plakataktion hat aber natürlich nichts mit den Stelen zum Reformationsjubiläum auf dem Kreisverkehr zu tun. Nur: Das alles ist lange Geschichte, was soll das Schild da noch? Eins ist sicher: „Wir haben den Vertrag mit der evangelischen Gemeinde zur Nutzung des Kreisverkehrs um zwei Jahre bis Ende 2019 verlängert“, erklärt Dr. Andrea Rauße-Rüther von der Pressestelle der Stadtverwaltung. Hintergrund sei das 125-jährige Bestehen der Christuskirche. Dazu werde die Stele anders gestaltet.

Tja, und über die vielen Vorschläge, die es im Vorfeld für die Gestaltung des Kreisels gegeben hat, kann man ja auch in eineinhalb Jahren noch diskutieren. Bis dahin macht Greven eben weiter einen besonders gläubigen Eindruck.



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