Fr., 31.08.2018

Gilt künftig auch für verpachtete Äcker Kein Glyphosat auf städtischen Flächen

Greven - 

Für öffentliche Grünflächen, die die Technischen Betriebe pflegen, gilt die Regelung ab sofort. Für verpachtete Flächen, die von Landwirten als Acker genutzt werden, erst nach dem Auslaufen der aktuell geltenden Pachtverträge. Auf Flächen der Stadt Greven darf kein Glyphosat mehr eingesetzt werden

Von Oliver Hengst

Das hat am Mittwochabend der Bezirksausschuss für die Bauerschaften beschlossen. Die Politiker folgten damit einstimmig einem entsprechenden SPD-Antrag.

Derzeit sind 45 Hektar in städtischem Besitz an 21 Nutzer verpachtet. Die laufenden Verträge bleiben unangetastet. Jedoch will die Stadt, sobald die Pachtverträge auslaufen, den Landwirten neue anbieten, in denen dann der verbindliche Verzicht auf Glyphosat festgeschrieben wird. Wie Matthias Herding von der Stadtverwaltung ausführte, hätten die meisten dieser Pachtverträge sehr kurzfristige Laufzeiten – überwiegend ein Jahr.

Auf stadteigenen Flächen, also Grünanlagen, Beeten und Co., werde schon seit Jahren kein Glyphosat verwendet – so dass das Verbot für die technischen Betriebe keine praktischen Folgen habe. „Da kann man einen Haken dranmachen“, sagte Herding.

Der Befürchtung von Theo Größe-Wöstmann (SPD), dass das Vorhaben, mit den Landwirten verhandeln zu wollen, ein zu milder Ansatz sei, entgegnete Herding: „Es geht schon ganz klar um ein Verbot. Es ist keine softe Sache, sondern schon eine harte Sache.“ Man werde mit den Landwirten eine Zusatzvereinbarung unterschreiben. Seien sie dazu nicht bereit, gebe es keinen neuen Pachtvertrag.

Auf Flächen, die den Landwirten selbst gehörten, habe man hingegen keine Handhabe. Das gelte auch für Grünanlagen entlang der Bahn. Auch hier seien der Stadt die Hände gebunden.

Wie Aloys Wilpsbäumer, Leiter der Technischen Betriebe, ausführte, verwende man bei der Pflege städtischer Flächen sehr milde und bienenfreundliche Pflanzenschutzmittel. „Da kann ich ihnen versichern, dass wir da sehr sensibel sind.“ Man verwende seit langer Zeit – wenn überhaupt – nur zugelassene und vor allem bienenfreundliche Produkte. „Insektizide verwenden wir gar nicht.“ Es sei leider nicht möglich, ganz ohne Hilfsmittel auszukommen. „Aber ich würde sagen, dass der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln mittlerweile auf ein Volumen von etwa fünf Prozent gegenüber dem Einsatz vor 20 Jahren zurückgegangen ist.“

Über einen Antrag der Linken, 50-Meter-Schutzzonen um städtische Flächen einzurichten, um so das Weitertragen von Glyphosat durch Wind einzuschränken, wurde nicht abgestimmt, weil derartige Schutzzonen laut Herding rechtlich nicht zulässig seien.



https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6012573?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F