Sa., 01.09.2018

Kleinod-Farm in Maestrup Das etwas andere Gartenprojekt

Jens Heitmann hat für die Gärten auch Bienenstöcke vorgesehen. Wer mit Bienen aber nicht gerade auf Du und Du steht, muss sich nicht kümmern. Das übernimmt dann Heitmann.

Jens Heitmann hat für die Gärten auch Bienenstöcke vorgesehen. Wer mit Bienen aber nicht gerade auf Du und Du steht, muss sich nicht kümmern. Das übernimmt dann Heitmann. Foto: Peter Beckmann

Greven - 

Es war ein Versuch. Ein Versuch der Stadt, eine Kleingartenanlage an der Schmedehausener Straße zu schaffen. Doch: Der Versuch schlug fehl, das Interesse war zu gering. Das, was Jens Heitmann jetzt versucht, hat nur bedingt etwas mit Kleingartenanlage zu tun. Letztendlich versucht er mit seinem Projekt das wegzulassen, was Viele an einem Kleingarten stört. Er nennt das Projekt Kleinod-Farm. Und diese Farm liegt in Maestrup.

Von Peter Beckmann

Jens Heitmann hat Bio-Technologie studiert und auch in dem Beruf gearbeitet. Elf Jahre war er an einem Projekt beteiligt, in dem ein Schnelltest entwickelt wurde, mit dem Krankenhauskeime erkannt werden können. „Zum Schluss war das nur noch Schreibtischarbeit und damit nicht das, was ich eigentlich wollte“, erzählt er. Und er entschloss sich, seinen Job zu kündigen und sein Hobby zum Beruf zu machen. „Ich habe schon als Kind leidenschaftlich gegärtnert.“

Und so überlegte er, wie das zu bewerkstelligen ist. Und er hatte die Idee mit der Kleinod-Farm. „So etwas gibt es noch nirgendwo“, ist er sich sicher. Basis seiner Idee ist das einen Hektar große Grundstück in Maestrup, direkt am Kotten seiner Eltern gelegen. Dort hat er bereits vier 100 Quadratmeter große Parzellen angelegt, auf denen seine Kunden dann gärtnern können. Aber: eben ganz anders als in einer Kleingartenanlage.

„Ich biete den Menschen ein Rund-um-Sorglos-Paket an“, erklärt er seine Idee. Denn oft hätten die Leute keine Lust, einen Nutzgarten zu betreiben, der sie zeitlich abhängig macht. Und genau da setzt Heitmanns Idee an. „Jeder kann auf seinen Quadratmetern so viel oder so wenig machen wie er möchte, alles andere übernehme ich.“

Eine Kleinod-Farm besteht aus einem etwa 100 Quadratmeter großem Areal. Hierauf befindet sich ein Gemüsegarten, welcher in vier Felder unterteilt ist. In deren Mitte steht ein Obstbaum. Im hinteren Bereich der Farm befindet sich der Stall und der Auslauf für die Hühner. Gleich daneben steht das Bienenvolk. Am Rand der Farm sowie im Hühnerauslauf ist ausreichend Platz für Beerensträucher und weitere kleine Obstbäume. „Das Areal ist aber nicht für Grillabende oder andere Aktivitäten vorgesehen“, verdeutlicht Heitmann. Dafür gebe es Gemeinschaftsanlagen.

Saisonales Saatgut und Jungpflanzen, Gießwasser, ökologische Düngemittel, Einstreu, Hühnerfutter aus ökologischem Anbau und alle benötigten Bienenutensilien stellt Heitmann zur Verfügung. „Aber jeder kann selbst entscheiden, was er auf seiner Parzelle anbauen möchte.“ Danach wird ein To-do-Plan erarbeitet. Arbeiten, die der Gärtner erledigt hat, werden von ihm abgehakt. „Alles, was der Gärtner nicht schafft oder wozu er keine Lust hat, ist dann mein Part“, verdeutlicht Heitmann. Auch Urlaubszeiten oder krankheitsbedingte Ausfälle seien somit kein Problem mehr. Die Arbeit Heitmanns ist im Preis inklusive, wird also nicht extra berechnet.

Nach und nach möchte er so rund 30 Parzellen auf dem Grundstück anlegen. „Davon müsste ich dann leben können“, hat der junge Mann durchgerechnet. Die Nutzer der Parzellen zahlen übrigens keine Miete, sondern buchen ein Lebensmittelpaket für ein Jahr.

Neben den alltäglichen Tipps beim gärtnern werden regelmäßig Kurse angeboten, um die Grundlagen für die unterschiedlichsten Tätigkeiten auf der Kleinod-Farm zu vermitteln. „Dabei geht es ums Imkern, um das Gärtnern bis hin zur richtigen Hühnerhaltung.“ Wer Angst vor Bienen hat, muss das Volk auch nicht unbedingt auf seiner Parzelle belassen.

Einzige Bedingung für alle ist die Ökologie. „Bei mir ist alles Bio, Kunstdünger, Insektizide oder Pestizide sind nicht erlaubt.“ Und wem das Unkrautzupfen zu viel ist, der lässt es eben von Jens Heitmann machen.

Vier Gärten sind inzwischen – ohne viel Werbung – belegt. Und Heitmann hofft auf weitere Interessenten. Was kostet das denn nun? „Das möchte ich mit jedem Interessenten direkt absprechen“, erklärt Heitmann abschließend. 



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