Mo., 03.09.2018

Nah an der Weltklasse: 28. Ortsteilturnier des SC Reckenfeld Fußball-Bratwurst-Bier-Spektakel

Ja, um Sport ging es auch. Es wurde teilweise sogar ein richtig flotter Ball gespielt. Und wenn mal was nicht so klappte wie bei den Profis, nahmen es die Spieler meistens mit Humor.

Ja, um Sport ging es auch. Es wurde teilweise sogar ein richtig flotter Ball gespielt. Und wenn mal was nicht so klappte wie bei den Profis, nahmen es die Spieler meistens mit Humor. Foto: Stefan Bamberg

Reckenfeld - 

Ortsteilturnier beim SC Reckenfeld, am Samstag auf dem Ortsmitte-Sportplatz. Das Fußball-Bratwurst-Bier-Spektakel für alle, die schon immer hier im Dorf leben – oder mal wieder das Gefühl haben wollen, zu Hause zu sein.

Von Stefan Bamberg

Ein kleines Augenzwinkern ist eigentlich immer dabei. Die Trikots, die mit geballter, völlig zu Unrecht vergessener Bundesliga-Mittelmäßigkeit der Marke Westermann oder van Bommel beflockt sind. Der blaue Fleck, den der Kollege mit Hopfenkaltschale kühlt. Oder schließlich der missglückte Hackentrick, vom Spielfeldrand mit „Wäre, wäre Fahrradkette!“ kommentiert.

Typen wie Eugen zum Beispiel: „Ich hab’ hier bestimmt seit 2008 nicht mehr mitgezockt – aber es ist immer noch genial.“ Und immer noch genau wie früher. Obwohl sich die Regeln ja ein bisschen geändert haben: Okay, für die vereinseigenen Kreisliga-Damen machen die organisierenden SCR-Altherren natürlich gern eine Ausnahme – ansonsten jedoch schauen sie bei den Aufstellungen erstmals genauer hin: „Bei uns soll der Hobby-Fußball im Rampenlicht stehen“, erklärt Stadionsprecher Axel Rödeler. Darum dürfen keine aktiven Vereinsspieler auf dem Rasen stehen.

Trotzdem – oder gerade deswegen? – kicken richtig coole Mannschaften mit: das Team Etna zum Beispiel, zwar noch ohne seinen neuen italienischen Wunderstürmer Luigi Tomato, dafür aber mit Küchenchef Toni Furnari im Tor. Und mit dessen Stammkunden in Abwehr, Mittelfeld und Angriff. Im Zusammenspiel gibt das ein köstliches Fußball-Menü – und ein Finalticket.

Und jenes Endspiel gegen Furnaris Landsmann – den SCR-Kult-Keeper Flaviano Cairo und seine Luhns-Truppe – hat’s echt in sich: zwei hervorragende Matchpläne, aggressives Gegenpressing, brutal schnelles Umschaltspiel – ein Duell, in dem die berühmten Kleinigkeiten entscheiden.

Szenen wie diese: ein Ballverlust in der eigenen Hälfte – und Freunde, sowas wird auf diesem Weltklasse-Niveau natürlich sofort eiskalt bestraft. Konter, Notbremse, Neunmeter – 1:0 für Etna! Doch auch auf der anderen Seite pfeift der Schiri kurz vor Schluss Strafstoß – und den Ausgleich. Die Entscheidung des 28. Ortsteilturniers, sie fällt vom Punkt – wo Furnari der größere Hexer ist als Cairo. Zweimal ist er blitzschnell unten und sein Team damit ganz oben – Platzsturm, Pokal-Pogo, Siegerfoto mit Kindern und Spielerfrauen.

Die – nach dem Motto „Papa ist der Beste“ – mit ihren Helden weiterfeiern können: Freilich nicht wie erhofft mit den „Capodasters“, deren Unplugged-Konzert ausfallen muss. Aber, schmunzelt Axel Rödeler: „Wir machen’s uns auch so gemütlich heute Abend – da bin ich mir ganz sicher.“ Wir uns auch.

Fotostrecke: Reckenfelder Ortsturnier



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