Di., 04.09.2018

Hotel Wermelt und Hoeker Hof Eine Familie – 50 Zimmer

Andrea, Bernhard und Judith Wermelt leiten gleich zwei Hotels: das Landgasthaus Wermelt an der Nordwalder Straße 160 (Foto) und auch den Hoeker Hof an der Münster Straße 44.

Andrea, Bernhard und Judith Wermelt leiten gleich zwei Hotels: das Landgasthaus Wermelt an der Nordwalder Straße 160 (Foto) und auch den Hoeker Hof an der Münster Straße 44. Foto: Pia Weinekötter

Greven - 

Die Familie Wermelt betreibt gleich zwei Hotels in Greven. Das Hotel Wermelt in Westerode und der Hoeker Hof mitten in der Stadt kommen zusammen auf 50 Zimmer.

Von Pia Weinekötter

„Die Bauern haben hier früher mit ihren Kutschen und Fuhrwerken angehalten und haben in der Bauernkneipe meines Großvaters Bernhard Lengermann einen getrunken“, erinnert sich Bernhard Wermelt.

„Genau“, bestätigt seine Tochter Andrea Wermelt, „auf kurz und lang, also auf Bier und Korn, sind sie eingekehrt, hast du uns immer erzählt.“ „Und später kam noch ein Tante-Emma-Laden mit täglichen Lebensmitteln wie Mehl und Zucker hinzu“, weiß ihre Schwester Judith Wermelt zu berichten. Ende der 70er-Jahre wurde die Tenne in einen großen Festsaal umgebaut. „Fast alle Grevener und Nordwalder Hochzeiten wurden bei uns gefeiert“, blickt Bernhard Wermelt zurück, der gemeinsam mit seiner Frau Elisabeth die Gastronomie an der Nordwalder Straße 160 führte.

Der im Sauerland bei Schütte in Oberkirchen ausgebildete Hotelkaufmann erweiterte Anfang der 80er-Jahre das Unternehmen um fünf Hotelzimmer. Doch Mitte der 90er-Jahre stand das Ehepaar mit seinen vier Töchtern vor der Frage: Festsaal oder weitere Hotelzimmer? „Da die kirchlichen Hochzeiten vermehrt freitags und nicht mehr samstags stattfanden und die Feiern auch unsere Hotelgäste störten, war die Entscheidung schnell gefällt“, erzählt der 70-Jährige. Aus dem Festsaal wurden 1993 weitere Hotelzimmer. Heute verfügt das Landgasthaus über 22 Zimmer.

Doch der Unternehmer Wermelt dachte bereits weiter. 2006 kaufte er den liebevoll restaurierten Hoeker Hof mit seinen 23 Zimmern in der Grevener Innenstadt dazu. „Das dazugehörige Gästehaus stammt aus dem Jahr 1612, hat als einziges Haus der Grevener Innenstadt den Dreißigjährigen Krieg überdauert und ist heute mit seinen acht Zimmer und dem Gruppenraum am großen Kamin im Eingangsbereich besonders bei Gruppen sehr beliebt“, erklärt Judith Wermelt.

Bei zwei Hotels mit fast 50 Zimmern passte es gut, dass sowohl die älteste Tochter Andrea beim Hotel Mercure in Saarbrücken als auch die jüngste Tochter Judith beim Deutschen Vater in Münster-Handorf das Hotelgewerbe von der Pike auf gelernt haben. Die beiden sind mittlerweile als vierte Generation in die Geschäftsführung des Familienunternehmens eingestiegen. Unterstützt werden die Wermelts von ihrem langjährigen Team, bestehend aus sechs Aushilfen, die hauptsächlich für die Reinigung der Zimmer zuständig sind.

„Für den Drei-Sterne-Status muss eine telefonische Erreichbarkeit rund um die Uhr gewährleistet sein“, erklärt Judith Wermelt und verweist auf das Telefon in ihrer Gürteltasche. Da zahlt es sich aus, dass die Töchter in unmittelbarer Nähe wohnen: Andrea mit ihrem Mann und ihren drei Kindern direkt neben dem Hotel Wermelt und Judith im Hoeker Hof. „Denn mal hat sich ein Gast nachts ausgesperrt oder wir bekommen auch schon mal Buchungsanfragen spätabends“, berichtet Andrea Wermelt. Viele Stunden und viel Arbeit, die in das Hotelgewerbe fließen. Deshalb haben sich die Wermelts auch dazu entschieden, sich auf die beiden Hotels zu konzentrieren und das Restaurant am Landgasthaus an „Niemeyer’s“ zu verpachten.

Das Herrengedeck aus Bier und Korn gibt es jetzt also nicht mehr in der Wermeltschen Bauernkneipe, sondern nebenan im Restaurant.



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