Fr., 07.09.2018

Schulentwicklung in Greven Das lange Warten auf die Zahlen

Das Schulzentrum an der Teichstraße – hier ein Luftbild aus dem Jahr 2011 – hat sich mächtig gewandelt. Mit Hilfe von An- und Umbauten wurde mehr Platz geschaffen. Aber vermutlich wird das für die Zukunft nicht reichen.

Das Schulzentrum an der Teichstraße – hier ein Luftbild aus dem Jahr 2011 – hat sich mächtig gewandelt. Mit Hilfe von An- und Umbauten wurde mehr Platz geschaffen. Aber vermutlich wird das für die Zukunft nicht reichen. Foto: Peter Beckmann

Greven - 

Um Antworten auf wichtige Fragen zur Schulentwicklung geben zu können, hat die Stadtverwaltung ein Datenbank-Programm gekauft, das so genannte Hildesheimer Bevölkerungsmodell. Ein Ergebnis sollte eigentlich im Herbst, also jetzt, präsentiert werden – eigentlich. Denn: Zahlen liegen bislang nicht vor.

Von Peter Beckmann

Man muss sicherlich kein Rechenkünstler sein. In Greven wurden und werden jede Menge neue Kindergarten-Plätze geschaffen, die Grundschulen müssen anbauen und die Bautätigkeit ist mehr als rege. Ergebnis: Die Zahl der Grevener nimmt zu – und damit natürlich auch die Zahl der Kinder. Und die werden dann nach der Grundschule natürlich auf weiterführende Schulen wechseln. Und dort wird der Platz eng. Doch wie soll man reagieren?

Um Antworten auf diese Fragen geben zu können, hat die Stadtverwaltung ein Datenbank-Programm gekauft, das so genannte Hildesheimer Bevölkerungsmodell. Mit Hilfe dieses Programms sollen die künftige Bevölkerungsentwicklung und auch die künftigen Bedarfe berechnet werden. Ein Ergebnis sollte eigentlich im Herbst, also jetzt, präsentiert werden – eigentlich. Denn: Zahlen liegen bislang nicht vor.

„Wir waren davon ausgegangen, dass diese Datenbank ganz einfach auf Grevener Verhältnisse ausgerichtet werden kann“, sagte Frank Hänel, Fachdienstleiter Bildung, Jugend, Kultur und Sport. Aber: In der Praxis sah das ganz anders aus. „Wir müssen sehr umfangreiche Daten eingeben und sehr viele Parameter festlegen, deshalb kommt es zu Verzögerungen“, so Hänel. Um valide Daten liefern zu können, müsse man deshalb auf das Frühjahr verweisen.

Was bei den Mitgliedern des Ausschusses für Schulen, Kultur und Sport nicht wirklich gut ankam. „Wir benötigen die Daten ganz dringend, um die bestehenden und künftigen Probleme lösen zu können“, sagte Dr. Christian Kriegeskotte (SPD) und verwies auf die demografische Entwicklung in der Stadt Greven und die Tatsache, dass viele Grevener Kinder in Greven keinen Hauptschulplatz bekommen. Politiker nannten Zahlen von 60 bis 80 Kinder, die nach Emsdetten zur dortigen Hauptschule fahren müssten.

Ernst Reiling (Reckenfeld direkt) verwies auf wissenschaftliche Erkenntnisse zu den zu erwartenden Schülerzahlen und warf Politik und Verwaltung vor, zu lange gewartet zu haben. „Wir müssen ab sofort handeln, wir benötigen eine neue weiterführende Schule“, sagte er und hatte auch gleich ein Grundstück in Reckenfeld für einen Neubau parat.

Auch Moritz Hauschild (Linke) drängte zur Eile. „Steigende Schülerzahlen sind mehr als wahrscheinlich, wir müssen jetzt konkret für eine neue Schule planen.“ Strukturprobleme dürften nicht länger auf dem Rücken der Schüler ausgetragen werden, sagte Hauschild mit Blick auf die fehlenden Hauptschulplätze.

Der Erste Beigeordnete Cosimo Palomba betonte, dass die Verwaltung nichts aufhalten wolle. „Auch für uns ist es die oberste Priorität, dass alle Grevener Kinder in Greven auch einen Schulplatz bekommen“, erklärte er, verwies aber auch auf eine nicht funktionierende Schulstruktur im Kreis Steinfurt. „Das ist ein Thema, das wir auf Kreisebene ansprechen müssen.“ Da müssten alle an einem Strang ziehen. Er betonte, dass in der Verwaltung mit Druck an der Dateneingabe für die erworbene Datenbank gearbeitet werde.

Ausschuss-Vorsitzender Dr. Michael Kösters-Kraft (Grüne) stellte noch einmal klar: „Wir sind alle unzufrieden, dass noch keine Zahlen vorliegen. Woraufhin Beate Tenhaken, Fachbereichsleiterin Soziales, Jugend, Bildung, noch einmal um Geduld warb. „Das Programm muss auf Greven zugeschnitten werden, die Geduld sollten wir haben.“



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