Do., 06.09.2018

„Gemeinde Gottes Münster“ Die Bibel als wichtigste Grundlage

Daniel Miech ist froh, dass sich die Chance an der Steinfurter Straße ergeben hat.

Daniel Miech ist froh, dass sich die Chance an der Steinfurter Straße ergeben hat. Foto: Oliver Hengst

Reckenfeld - 

Eingezogen sind sie schon vor einem Jahr. Ohne großes Tam-Tam. Inzwischen werden auch die Nachbarn auf die „Neuen“ aufmerksam, registrieren Aktivitäten, fragen nach. Nun laden die neuen Nutzer zum Tag der offenen Tür ein.

Von Oliver Hengst

Schauplatz ist die ehemalige Neuapostolische Kirche am Anfang der Steinfurter Straße. Nachdem die Neu­apostolen den Standort aufgegeben hatten (um einen Neubau in Greven zu beziehen) stand das kirchliche Gebäude eine Weile leer. Bis die „Gemeinde Gottes Münster“, die bislang in Münster-Nienberge beheimatet war, aufmerksam wurde – und letztlich zuschlug. Die Gemeinde kaufte das Haus und nutzt es seitdem für die samstäglichen Gottesdienste.

Nachdem unter den Gemeindemitgliedern eine als Sicherheit notwendige Summe eingesammelt worden war, gab es weiteres Geld von der Bank. Seitdem heißt der neue Eigentümer Gemeinde Gottes. Ein dezentes Schild weist Passanten darauf hin.

Daniel Miech ist in der Gemeinde der gewählte Vertreter für die Missionsarbeit. Das beinhaltet heute auch die Öffentlichkeitsarbeit, daher ist es an ihm, die Presse zu empfangen, um sie durchs Gebäude zu führen und über das Gemeindeleben zu informieren. Beim Tag der offenen Tür am 23. September (10 bis 17 Uhr) haben alle Interessierte die Chance, sich umzusehen.

„Wir sind eine freikirchliche Gemeinde“, sagt Miech. Man orientiere sich allein an den Vorgaben der Bibel. Das Gemeindeleben werde nach eigenen Reglen organisiert. „Wir haben keine Hauptamtlichen. Das beruht alles auf Ehrenamt.“ Miech selbst verdienst seine Brötchen als Sachbearbeiter, auch alle anderen haben „normale“ Jobs und investieren einen Teil ihrer Freizeit, um Gemeindeleben zu gestalten. So etwas wie einen Priester gibt es nicht, die Gottesdienste (bestehend aus Bibelstudium und Predigt) werden von den Gläubigen selbst gestaltet. Es gibt Gemeindeälteste, gewählte Vertreter für Jugendarbeit, für Finanzen und für andere Dienste. Natürlich engagieren sich auch Frauen. Aber: Predigt und Leitung eines Gottesdienstes sind reine Männersache.

Ostern, Weihnachten, Kommunion, Firmung – all das gibt es nicht (sh. Infokasten). Und Taufe? „Wir setzen eine bewusste Entscheidung zur Taufe voraus“, sagt Miech. Sprich: die Täuflinge müssen reif genug sein, die Tragweite dieser Entscheidung auch abschätzen zu können.

Aktuell zählt die Gemeinde knapp 50 Mitglieder, die Gottesdienste werden von bis zu 100 Gläubigen besucht. Die Menschen stammen aus Münster und dem Umland. Ein großer Anteil kam auch schon vor dem Umzug aus Reckenfeld. „Unsere Gemeinde ist stark polnisch orientiert“, sagt Miech. Was wegen Reckenfelds Besiedlungs-Geschichte eine besondere Verbundenheit schafft.

Beim Tag der offenen Tür werden Gottesdienste angeboten (11, 13.30 und 16 Uhr), allerdings kürzer als normal. Zudem gibt es Kaffee und Waffeln, kostenlose Bibeln, Einblicke in den Ablauf der Kinderstunde (parallel zum Gottesdienst) und Unterhaltungsprogramm.



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