Fr., 07.09.2018

Linie 179 von Altenberge nach Greven bleibt „Wir dürfen Bildung nicht behindern“

Greven/Altenberge - 

Der Schulausschuss beschloss einstimmig – unter Beifall der anwesenden Altenberger Eltern – die Schulbus-Linie von Altenberge nach Greven weiter zu führen. Das kostet der Stadt 50 000 Euro pro Jahr. Ein Präzedenzfall.

Von Peter Beckmann

Wenn es denn alles mal so einfach wäre. Aber: Einfach kann ja jeder und deshalb gibt es viele Fakten, die bei der folgenden Diskussion wichtig sind.

Es ist im Prinzip eine Beurteilungsfrage: Was kann man einem Schüler auf dem Weg zur Schule zumuten? Und: Wie viel sollte ein Stadt dafür bezahlen?

Konkret geht es um Schüler aus Altenberge, die Schulen in Greven besuchen. Die fuhren bisher mit der Linie 179 um 7.10 Uhr von Altenberge nach Greven und um 13.15 Uhr von Greven zurück nach Altenberge. Nur: Der Betrieb der Linie mit zuletzt nur noch 36 Schülern war für die Firma Schäpers nicht mehr wirtschaftlich.

Die Grevener Stadtverwaltung schlug in einer Vorlage vor, auf die Linie zu verzichten. Stattdessen sollten die Altenberger Kinder – so der Plan der Grevener Stadtverwaltung – mit Karten für den Öffentlichen Nahverkehr ausgestattet werden und dann mit der Bahn um 6.58 Uhr ab Altenberge mit dem Zug nach Nordwalde fahren und dort um 7.11 Uhr in die Buslinie 172 nach Greven steigen. Das dauert zwölf Minuten länger. Zumutbar, findet die Stadtverwaltung.

Aber die Grevener Politiker sind da anderer Meinung. „Weil Bildung uns wichtig ist, müssen die Wege auch passen, wir dürfen Bildung nicht behindern“, sagte Mechtild Hemmen (FDP) und erhielt von allen Seiten Unterstützung. „Wir sind mit der Beförderung unserer Kinder nach Emsdetten sehr unzufrieden“, sagte Dr. Michael Kösters-Kraft (Grüne). „Dann sollten wir den Altenberger Kindern das nicht aufbürden.“

Der Ausschuss beschloss einstimmig – unter Beifall der anwesenden Altenberger Eltern – die Schulbus-Linie weiter zu führen. Das kostet der Stadt 50 000 Euro pro Jahr, rund 100 Prozent mehr, als der Vorschlag der Stadtverwaltung kosten würde.

„Wir müssen diese Ausnahme aber mit der Aufsichtsbehörde abklären“, sagte der Erste Beigeordnete Cosimo Palomba. „Denn wir schaffen mit diesem Beschluss einen Präzedenz-Fall.“



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