Do., 06.09.2018

Mit 60 Freiwilligen in Buenos Aires Neue Heimat Esmeralda

Willkommen in Argentinien: 60 Freiwillige, unter ihnen Luca Pals, sind in Buenos Aires herzlich empfangen worden.

Willkommen in Argentinien: 60 Freiwillige, unter ihnen Luca Pals, sind in Buenos Aires herzlich empfangen worden. Foto: Luca Pals

Buenos Aires/Greven - 

Luca Pals ist seit einigen Jahren freier Mitarbeiter unserer Zeitung. Nach dem bestandenen Abitur im vergangenen Jahr hat er diverse Praktika im Bereich des Journalismus gemacht und absolviert jetzt ein Freiwilliges Soziales Jahr in Argentinien. In loser Abfolge wird er von seinen Erlebnissen und Erfahrungen berichten.

Von Luca Pals

Es ist sechs Uhr morgens. Anders als in Deutschland versteckt sich die Sonne hier in Argentinien. Klar: Es ist Winter. So bietet sich mir beim Blick aus dem Flugzeugfenster ein bildschöner Anblick: Buenos Aires bei Nacht. Weit und breit erstreckt sich die argentinische Hauptstadt mit ihren unzähligen Lichtern und Straßen. Ein Ausblick, den man gesehen haben muss – und der Lust auf mehr macht: Willkommen in Buenos Aires. Willkommen in Argentinien.

Pünktlich landen wir auf dem Rollfeld des Hauptflughafens. Langsam rollt die Maschine an das Gate, dort steigen wir – einige der 64 Freiwilligen – nach insgesamt 14 Stunden im Flieger aus, schnuppern erstmals südamerikanische Luft. Ein solcher Flug nimmt einen doch ganz schön mit. In diesen frühen Morgenstunden ist an Schlaf aber nicht zu denken. Herzlich in die Arme genommen – so offen und direkt begrüßen sich die Leute hier in jedem Landesteil – werden wir von Theresa und Ricardo: Sie leiten das Austauschprogramm von Argentinien aus und empfangen an diesem Tag im Stundentakt über 60 Freiwillige aus ganz Deutschland. Von denen kennen sich nur wenige. Kennenlernen ist erst einmal angesagt.

Kein Problem in einer Wohngemeinschaft mit 18 weiteren „Voluntariados“. Sich selber organisieren, gemeinsam kochen und einkaufen – für viele gleich mal neue Erfahrungen. Zusammen sind wir im Ortsteil Esmeralda untergebracht – direkt am Plazo de Mayo, direkt an der Straße „9 de Julio“, die sich als breiteste Straße der Welt einen Namen gemacht hat. Beim Verkehr fängt es schon an. Nur weil auf dem Asphalt ein Zebrastreifen markiert ist, bedeutet das noch lange keine Sicherheit. Auch nach zwei Wochen Buenos Aires verstehe ich viele Regeln im Straßenverkehr noch nicht, meist gilt das Recht des Stärkeren, ohne Hupen geht fast nichts – am Ende kommen sie alle durch.

Buenos Aires – hier kann es nicht langweilig werden. Dazu haben wir ein breites Programm hinter uns. Bevor wir alle in unsere einzelnen Projekte geschickt werden, um dort für ein Jahr zu arbeiten, gibt es eine Menge zu besprechen: Sicherheit, Umgang mit den Zielgruppen in den Einsatzstellen, Sprachkurse und vieles mehr steht auf dem Plan. Dazu Länderkunde, Besichtigungen von Stadtteilen wie La Boca (bekannt für seine bunten Gebäude) oder Palermo – eine Menge Informationen. Und dazu immer wieder kulturelle Unterschiede. Mate trinken (ein Nationalgetränk) hat sich unter den Freiwilligen somit genauso eingebürgert wie Asado essen – das beste Fleisch gibt es eben hier in Buenos Aires. Direkt von der Parrilla (dem dazugehörigen Grill), und das Ganze im „All you can eat“-Verfahren. Ein südamerikanischer Traum. Im Restaurant wird klar: In Argentinien fängt alles etwas später an. Zu Abend essen die meisten erst gegen 21 Uhr, in den Diskotheken geht es erst nach Mitternacht so richtig los. Und den „deutschen Tanzkreis“ kennt hier offensichtlich auch keiner. Wir fallen dementsprechend auf.

Zwei Wochen sind nun schon vorbei, gut ausgerüstet fahren wir nun in unsere Projekte. Gemeinsam mit Leo Stellmacher aus Leipzig mache ich mich auf den Weg nach Gualeguaychú. In die Granja Emanuel – einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung.

Während ich diesen Artikel schreibe, sitze ich trotz Winters in Sommerkleidung im Garten: bei 27 Grad und jetzt wolkenlosem Himmel.



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