Mi., 12.09.2018

Ausstellung mit Werken von Julian Reiser im Kunstturm Ein innovativer Kunstbegriff

Zahlreiche Kunstfreunde kamen zur Eröffnung der Ausstellung im Kunstturm.

Zahlreiche Kunstfreunde kamen zur Eröffnung der Ausstellung im Kunstturm. Foto: axe

Greven - 

Gleich fünf verschiedene Ausstellungen präsentiert der Kunstverein Greven in diesem Jahr in den Räumen des Kunstturms. Nachdem die Grafiken und Bilder von Alaa Nasser im Sommer eine große Resonanz bei den Besuchern erhielten, war diese am Freitag bei der Eröffnung der Ausstellung mit Werken von Julian Reiser unter dem Titel „Recurring Dreams and Nightmares“ sicherlich vergleichbar groß.

Von Axel Engels

Julian Reiser ist ein relativ junger Künstler, der an der Kunstakademie Münster als Meisterschüler von Prof. Klaus Merkel schon in Gemeinschaftsausstellungen auf sich aufmerksam gemacht hat. Er erhielt 2017 in der Kategorie „Malerei & Grafik“ den Kunstpreis der NRW.Bank und nimmt am renommierten Förderprogramm der Vereinigten Volksbank Münster teil.

Mit der Ausstellung von Julian Reiser zeigt der Kunstverein Greven wiederum sein Engagement für junge Künstler, denen er ein Forum zur Präsentation ihrer Arbeiten bietet. Diese Möglichkeit für eine Einzelausstellung ist für junge Künstler besonders wichtig, bedeuten einen großen Schritt auf dem Weg der professionellen Ausbildung in die Kunstszene hinein. Nur wenige Kunstvereine haben sich solch eine Förderung junger Künstler als Schwerpunkt genommen, dass zeichnet wohl den Kunstverein Greven ganz besonders aus.

Und so war die Atmosphäre bei der Ausstellungseröffnung gleichsam familiär geprägt, genoss man diesen unakademischen und nicht „abgehobenen“ Umgang mit Kunst. Julian Reiser führte auch selber in seine Arbeiten sowie in sein künstlerisches Denken ein, dabei war auch für diverse Fragen der Besucher genügend Freiraum.

Die Entwicklungen neuer Techniken sowie künstlicher Intelligenz hat ihn intensiv

beschäftigt, diese hat er in einen allgemeinen gesellschaftlichen Zusammenhang gebracht. Der daraus resultierende innovative Kunstbegriff zeigt sich ganz deutlich in den für Greven zusammengestellten Arbeiten. Wenn der Künstler die Idee liefert, diese dann gar mit strengen Vorgaben von einem Roboter ausführen lässt, mag dies nicht neu sein. Schon „ehrwürdige“ niederländische und italienische Meister ließen ihre Bilder von Mitgliedern ihrer Schule vollenden, wobei sie keine eigenen Elemente den Werken ihrer Meister hinzufügen durften.

Die Parallele zur „seelenlosen“ Ausführung durch technische Apparaturen zeigte den steten Wandel des Kunstbegriffes im Laufe der Jahrhunderte sowie immer wiederkehrende Rückführungen. Ob in einer ortsbezogenen Wandmalerei im ersten Stock des Kunstturmes, in schwarz-weißen Siebdrucken oder in großformatigen Malereien, immer zeigen die Kunstwerke den besonderen Zugang von Julian Reiser zur Realität und deren Verarbeitung.

Diese Ausstellung sollte man sich nicht entgehen lassen, denn dort erhält man einen Einblick in das künstlerische Schaffen einen jungen Malers und Graphikers, der am Anfang seines Weges schon eine ganz persönliche Ausdrucksweise gefunden hat.



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