Mo., 10.09.2018

Open-Air-Fete mit XXL-Orchester: Das RBO wird 50 Musik bringt Menschen zusammen

Anlässlich der Open-Air-Geburtstagsparty des RBO war das ganze Dorf auf den Beinen.

Anlässlich der Open-Air-Geburtstagsparty des RBO war das ganze Dorf auf den Beinen. Foto: Stefan Bamberg

Reckenfeld - 

Das Reckenfelder Blasorchester hatte zum Jubiläumskonzert gerufen – und viele, viele waren gekommen. Beim XXL-Geburtstag war das ganze Dorf auf den Beinen.

Von Stefan Bamberg

Ein Blick hinüber zu Verena Brockmann verrät eigentlich schon fast alles über diesen Samstagabend. Um einen Moment zu finden, in dem sie beim Dirigieren nicht übers ganze Gesicht strahlt – dafür muss man schon sehr genau hinschauen während dieser Open-Air-Geburtstagsparty.

Das Reckenfelder Blasorchester (RBO) feiert mit 150 Musikern sein 50-jähriges Jubiläum. Ein XXL-Ensemble vor der Franziskus-Kirche – und drum herum das Motto: Hurra, das ganze Dorf ist da!

Warum also nicht gleich zu Beginn mal so richtig einen raushauen? „Shake your arse, come over here – now scream!“ Gestatten, der geniale Mister Robbie Williams, der uns gerne unterhalten würde. Jedoch muss er dafür gar nicht persönlich vorbeikommen – famos, was RBO&Co. aus „Let me entertain you“, „Road to Mandalay“, „Supreme“ und „Angels“ machen. Das groovt – mit einem Unterschied zum Original: Es fliegen keine Schlüpfer auf die Bühne.

Dafür aber weiterhin die Fetzen – bei einer „Welturaufführung“, wie Moderator Erwin Reichhardt betont: Simon Meads hat „Hometown“ komponiert, fünf Parts für vier Blöcke – und da ahnt der geneigte Lokalpatriot schon, worum es sich dreht: um den Sound von Reckenfeld. Meads erklärt: „Im fünften Part kommen alle vier Blöcke zusammen.“

Apropos: Auch das Orchester hat Menschen im Ort zusammengebracht. „Das RBO“, meint Bürgermeister Peter Vennemeyer, „das steht für eine tolle Gemeinschaft und ein engagiertes Vereinsleben.“ Beides wird gerade im Geburtstagsjahr besonders intensiv gelebt: Ausflüge, eine Party-Nacht im Deutschen Haus, das ganz große Jahreskonzert am 10. November, übrigens erstmals im Ballenlager. Die gemeinsame Sache mit den vielen befreundeten Bläsern aus der Umgebung, deren Leiter zur Feier des Tages alle einmal RBO-Dirigenten sein dürfen.

Keine ganz neue Aufgabe ist das freilich für Reinhard Kreimer: Das RBO-Gründungsmitglied, einer der großen Macher aus fünf Jahrzehnten, führt Orchester und Zuhörer mal melancholisch, mal beschwingt durch die „Contrasts of life“. Und Showmaster Reichhardt findet: „Boah! Einfach nur boah!“

Okay, ob die nun folgende inoffizielle Hymne der Bundeswehr-Luftwaffe in Zeiten wie diesen unbedingt sein muss – na ja, sagen wir mal: Geschmackssache. Doch ganz ohne Marschmucke geht Orchester womöglich nicht – findet offenbar auch der Großteil des Publikums, der zum Dirigat des Kollegen aus Hollingen fröhlich auf Eins und Drei klatscht.

Doch auch die Musik-Pazifisten werden später noch versöhnt: „Es ist mir eine Herzensangelegenheit, dass Sie hier mit einstimmen“, fordert Verena Brockmann – während ihre Schützlinge auch schon Liedblätter verteilen: „Freude, schöner Götterfunken“, Beethovens Neunte, von Schiller getextet, die Europa-Hymne. „Alle Menschen werden Brüder“, singt das Publikum.

So langsam bricht die Dämmerung herein, welch schönes Bild mit der beleuchteten Kirche im Hintergrund. Die schottische „Highland Cathedral“ als Zugabe – und noch einmal Gänsehaut bei der Melodie, die sich ja auch die Bläck Fööss für ihre Heimat-Hommage „Du bess die Stadt“ geschnappt haben. Heute aber schunkelt nicht Schottland, nicht Kölle. Sondern Reckenfeld.

Fotostrecke: RBO feiert 50. Geburtstag mit vielen Gästen



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