Künstler aus Frankreich im Rathaus
So bunt malt Montargis

Greven -

Bunt, so wie der Süden. Maler und Bildhauer aus der Partnerstadt Montargis stellen im Rathaus aus.

Donnerstag, 13.09.2018, 06:15 Uhr aktualisiert: 13.09.2018, 06:20 Uhr
Die französischen Künstler aus der Grevener Partnerstadt Montargis mit Bürgermeister Peter Vennemeyer (r.) bei der Eröffnung ihrer Ausstellung im Rathaus.
Die französischen Künstler aus der Grevener Partnerstadt Montargis mit Bürgermeister Peter Vennemeyer (r.) bei der Eröffnung ihrer Ausstellung im Rathaus. Foto: Günter Benning

Was ist die weltbeste Kommunikationsform? Jean Pierre Carnoy aus Montargis beantwortet diese Frage mit einem typisch französischen Rezept: „Über Kunst und Kultur sprechen, bei einem schönen Gläschen.“

Am Dienstagabend gab es dazu im Rathaus reichlich Gelegenheit, vorausgesetzt, man war etwas des Französischen mächtig. Acht Maler und Bildhauer des Vereins „Peintures & Créativités du Loiret“ stellen dort aus – ein gutes Beispiel für gelebten Kulturaustausch zwischen den Partnerstädten Greven und Montargis.

„Im Vordergrund steht die Völkerverständigung“, ließ zur Eröffnung Bürgermeister Peter Vennemeyer den Dolmetscher übersetzen.

Was natürlich im Grunde zunächst einmal voraussetzt, dass diese Verständigung nicht selbstverständlich ist. Für diese Erkenntnis muss man nur einen Blick auf die Bilder werfen, die dort unter den betongrauen Treppen des Rathauses im Foyer aufgehängt wurden. Knallbunte, manchmal bis ins surreale strahlende Farben brachten französische Lebensart und mediteranes Licht ins herbstliche Greven.

Besonders auffallend war dies bei einer Reihe von Pferderennbildern, die Sylvie Desmoulin aus Meung sur Loire gehängt hatte. Sehr bewegt, sehr knallig und von atemberaubender Präsenz.

Von den acht Künstlern der Kreativ-Vereinigung aus der Partnerstadt, die im Rathaus ausstellen, waren sechs schon bei der Eröffnung anwesend, einer wird am Wochenende mit der offiziellen Delegation kommen.

Kurator der Ausstellung auf Grevener Seite war der Architekt Prof. Dr. Jan Cejka. Der Böhme, der unter anderem in Amman und an der FH in Münster gelehrt hat, ist selbst begeisterter Maler. Er war an einer Ausstellung in Montargis beteiligt und übernahm es, seine Künstlerkollegen im Schnelldurchgang nahe zu bringen. Von den pingelig-genauen Hundeporträts einer Florica Dragan bis zu den fragilen Menschenfiguren von Jean-Pierre Delga, „die in den freien Raum reichen – etwas zum Schmunzeln“.

Auch der Partnerschafts-Tausendsassa Jean-René Cocquelin war mit spanischen Städteansichten zu sehen. Sehr plastisch und sehr farbig. Dabei ist er doch sonst eher musikalisch unterwegs. Gestern Abend zum Beispiel hatte er zu einem Chanson-Abend bei Otto‘s eingeladen.

Das Partnerschaftsjubiläum geht jetzt täglich auf vollen Touren weiter. Am Donnerstag ab 20.15 Uhr singt Raphaelle Mellet im Beat-Club-Keller („Öppe“). Sie kommt aus Österreich, lebt aktuell in Bremen und sagt von sich selbst: „Ich singe, weil ich mich vom Leben in all seiner Vielfalt berühren lasse.“

Währenddessen nähert sich die Rennradler-Delegation, die in Montargis auf die 700 Kilometer lange Strecke gegangen ist. Grevens erster Beigeordneter Cosimo Palomba, der die Radler in Greven verabschiedet hatte, richtet sich darauf ein, die Schnellfahrer ab Coesfeld zu begleiten: „Das soll dann durch die Baumberge gehen“, seufzt der Hobbyraderl. Keine Bange, der höchste Punkt dort ist nur 188 Meter über dem Meerespiegel.

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