Französisch-deutsches Kochevent am Niederort endet unentschieden
Haute Cuisine gegen westfälische Küche

Greven -

Liebe geht durch den Magen. Duelle manchmal auch. Hobbykoch Jean-René Cocquelin aus Montargis verteidigte am Samstag auf der Bühne am Niederort die Ehre der französischen Cuisine gegen Profikoch Robin Zurbrüggen (Siedlerklause). Unfair? Denkste?

Montag, 17.09.2018, 22:40 Uhr aktualisiert: 18.09.2018, 16:16 Uhr
Die Süßspeise von Jean-René Coquelin konnte am Ende die Jury begeistern. Der Hobby-Koch aus Frankreich durfte einen Assistenten mit auf die Bühne nehmen.
Die Süßspeise von Jean-René Coquelin konnte am Ende die Jury begeistern. Der Hobby-Koch aus Frankreich durfte einen Assistenten mit auf die Bühne nehmen. Foto: PLT

Coquelin hat seine Kochkünste im berühmten fünf-Sterne-Hotel Ritz geschult und ist Koch mit Leidenschaft. Dennoch durfte er sich eine Hilfe auf die Bühne holen. Trotzdem war die Zeit für den Franzosen knapp – und dann war auch noch der Wein plötzlich leer.

„Zum Glück sind wir hier ja an der Quelle“, lacht Veranstalter und Moderator Stevens Gomes und geht durch das Publikum zum Weinstand von Kurt Fallnit. „Ich habe da schon einen sehr guten im Sinn“, sagt der Weinakademiker, der in seiner Lehrzeit viel auf österreichischen Weinbergen gearbeitet hat.

Nun aber zurück auf die Bühne. Dort wird den Köchen ein Gläschen eingeschenkt, so viel Zeit muss sein. Apropos Zeit: die reicht für den französischen Hobbykoch trotz helfender Hand nicht. Der Profikoch hingegen hatte noch genug Zeit, um mal bei der Konkurrenz zu schauen. Dabei bot Zurbrüggen bei der Zubereitung seiner Nachspeise noch eine kleine Showeinlage. Die Zuschauer reckten die Hälse, als dieser plötzlich lange Bahnen Alufolie auf dem Bühnenboden ausrollte und dann mit karamellisiertem Zucker Fäden darauf verteilte, aus denen er anschließend filigrane Zuckernester formte.

Was der Jury nach zwei Stunden aufgetischt wurde, war beeindruckend. Auf französischer Seite gab es gebratenes Rind auf einem Pfifferling-Risotto-Bett mit Erbsenmousse, alles mit viel Liebe zum Detail angerichtet. Zurbrüggen tischte Rind in Kräuterkruste auf Risotto und einem Salat aus dicken Bohnen aus.

Die sechsköpfige Jury aus England, Frankreich und Deutschland war vom Geschmack ebenso begeistert wie von der Präsentation. „Das bekommt man in einem Sterne-Restaurant nicht besser“, sagt Stadtprinz Johannes I. begeistert. Während die Jury beim Hauptgang doch eher von dem Profikoch angetan war – beim Dessert hatte Coquelins Milchreis mit Brombeersoße die Nase vorn.

Am Ende war sich die Jury einig: unentschieden.

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